Myanmar Gesundheit & Impfungen

Gesundheit, Impfungen & Krankheiten in Myanmar

Gesundheitsrisiko, Impfungen & Krankheiten
Gesundheitsrisiko, Impfungen & Krankheiten

18.Februar 2020: Aktuelle Infos zum Corona Virus in Myanmar gibt es hier.

Aufgrund der von China ausgehenden Atemwegserkrankung COVID-19, die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird, muss auch in Myanmar sowohl mit verstÀrkten Einreisekontrollen zur Identifizierung erkrankter Reisender wie auch importierten einzelnen KrankheitsfÀllen gerechnet werden.

Wegen des Coronavirus COVID-19 ist die Grenze zu China nun endgĂŒltig geschlossen. Die Einreise ist weder auf dem Landweg noch per Flugzeug möglich. Der Flugverkehr mit China wurde eingestellt. Diese Maßnahme ist zunĂ€chst befristet bis Ende Februar 2020.

Myanmar (frĂŒher Burma/ Birma) ist ein immer beliebteres Reiseland, besonders bei den Deutschen. Die Anzahl der Touristen hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als vervierfacht. Myanmar liegt in SĂŒdostasien und grenzt an Laos, Thailand, Bangladesch und Indien. Es leben fast 52 Millionen Menschen dort, die Burmesisch sprechen und zum Großteil Buddhisten sind. Regiert wird Myanmar von einem sozialistischen MilitĂ€rregime, das von NachbarlĂ€ndern aufgrund eingeschrĂ€nkter Menschenrechte kritisch gesehen wird. Die Lebenserwartung liegt bei  ungefĂ€hr 60 Jahren bei MĂ€nnern, und 63 Jahren bei Frauen, steigt aber tendenziell deutlich an.

Durch die weite Entfernung zu Deutschland, den deutlich unterschiedlichen Temperatur- und WitterungsverhĂ€ltnissen und einer ganz anderen Kultur und Lebensweise ist es als Tourist wichtig und empfehlenswert sich im Vorfeld ĂŒber das Land zu informieren und Vorbereitungen zu treffen. Die wichtigsten Informationen zu Krankheiten, Impfungen, Schutz sowie einige Grundregeln und Tipps, die beachtet werden sollten, werden im Folgenden dargelegt. So können Sie gut vorbereitet und sicher in einen traumhaften Asienurlaub starten.

  • FĂŒr die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben.
  • Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet oder Aufenthalt von mehr als zwölf Stunden im Transit eines Gelbfiebergebiets mĂŒssen alle Personen ab einem Alter von einem Jahr eine Gelbfieberimpfung nachweisen.
  • Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A und Polio, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Tollwut, Typhus und Japanische Enzephalitis empfohlen.
  • Die vorrangig durch tagaktive Aedes-MĂŒcken ĂŒbertragene Infektion mit Zika-Viren kann in der Schwangerschaft zu Fehlbildungen beim Kind fĂŒhren sowie neurologische Komplikationen beim Erwachsenen hervorrufen.
  • Dengue-Viren werden landesweit insbesondere in den Regenperioden durch tagaktive Aedes-MĂŒcken ĂŒbertragen.
  • Malaria wird durch dĂ€mmerungs- und nachtaktive Anopheles-MĂŒcken ĂŒbertragen. Unbehandelt verlĂ€uft insbesondere die gefĂ€hrliche Malaria tropica bei nicht-immunen EuropĂ€ern hĂ€ufig tödlich.
Welche Impfungen werden fĂŒr Myanmar benötigt?
Welche Impfungen werden fĂŒr Myanmar benötigt?

Welche Krankheiten in Myanmar gibt es?

In Myanmar gibt es verschiedene Infektionskrankheiten, die es bei uns nur sehr selten oder gar nicht gibt, und gegen die keine Impfungen zur VerfĂŒgung stehen. Aus diesem Grund muss hier besondere Vorsicht geboten werden.

Dengue-Fieber: diese Krankheit wird ĂŒber tagaktive MĂŒcken ĂŒbertragen und tritt in der Regenperiode in Myanmar hĂ€ufig auf. Ein konsequenter Schutz vor MĂŒckenstichen durch Barriere-Maßnahmen ist hier der sicherste Schutz.

Zika-Virus: diese Erkrankung kommt deutlich seltener vor als das Dengue-Fieber. Wirklich gefĂ€hrlich ist die Infektion mit diesem Virus vor allem fĂŒr ungeborene Kinder, sodass besonders schwangere Frauen aufpassen mĂŒssen.

Chikungunya-Fieber: auch diese Krankheit wird durch MĂŒckenstiche verursacht und weist mit Fieber und Gelenkschmerzen Ă€hnliche Symptome wie das Dengue-Fieber auf.

Japanischen Enzephalitis (JE): diese Erkrankung ist zwar sehr selten, verlĂ€uft bei Infektion jedoch hĂ€ufig tödlich. Allerdings gibt es eine sichere Schutzimpfung, die eine gute prophylaktische Maßnahme darstellt. Die Viren werden durch Wasservögel und Schweine ĂŒbertragen.

Malaria: In Myanmar besteht ein ganzjĂ€hriges Malariarisiko, das in der Regenzeit etwas höher ist. Die Übertragung erfolgt durch die Anopheles-MĂŒcken. Malaria-tropica-Infektionen verlaufen fĂŒr EuropĂ€er in diesem Land oft tödlich. Da die Erkrankung noch Wochen bis Monate nach der Reise ausbrechen kann, sollte bei unklarem Fieber nach einer Asienreise immer an Malaria gedacht werden. Der sicherste Schutz gegen Malaria ist die Kombination aus heller bedeckender Kleidung, Insektenschutzmittel und Moskitonetzen in der Nacht. Die WHO stuft mit Ausnahme der Stadtregionen von Yangoon und Mandalay das Land unter 1000 Höhenmetern als Malaria Risikogebiet ein und rĂ€t zur Prophylaxe. Als Notfallmittel sollte hier jeder Tourist das Medikament Malarone dabei haben.

HIV/ AIDS: die Infektion mit dem HI-Virus nimmt in Myanmar deutlich zu. Daher wird von ungeschĂŒtzten Sexualkontakten (immer Verwenden eines Kondoms), dem Benutzen von Spritzen und dem TĂ€towierungen strengstens abgeraten, da dies lebensgefĂ€hrlich sein kann.

Durchfallerkrankungen: Diarrhoe stellt die hĂ€ufigste Reiseerkrankung dar. Durch das ausschließliche Trinken von sauberem, sicher verschlossenen, Trinkwasser und dem hĂ€ufigen HĂ€ndewaschen (mindestens nach jedem Toilettenbesuch und vor jedem Zubereiten von Speisen) kann das Risiko deutlich gesenkt werden. Findet trotz allem eine Infektion statt, sollte frĂŒh ein Arzt aufgesucht werden, da die Gefahr von Elektrolytverlust und Dehydrierung droht.

Tollwut: diese Infektionskrankheit verlĂ€uft hĂ€ufig tödlich und wird ĂŒber Viren ĂŒbertragen, die sich im Speichel von infizierten Tieren befinden. Bei hoher Exposition zu Tieren (Straßenkötern, etc.) ist hier die Impfung die sicherste Schutzmaßnahme, da eine Postexpositionsprophylaxe oft nicht schnell genug zur VerfĂŒgung steht.

Tuberkulose: diese Krankheit kommt in Asien noch deutlich hĂ€ufiger vor als in Europa. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch.

Welche Impfungen / Impfschutz brauche ich in Myanmar?

Bei einer direkten Einreise aus Deutschland gibt es keine speziellen Impfvorschriften. Erfolgt die Einreise aus einem Gelbfieber-Gebiet, beispielsweise Afrika, wird die Gelbfieber-Impfung vorausgesetzt. Generell wird die Auffrischung und VervollstĂ€ndigung  der, vom RKI herausgegebenen, Standardimpfungen empfohlen. Ausnahmen sind ein besonders langer Aufenthalt oder eine außergewöhnlich hohe Exposition. Hier können Hepatitis B (und A), Tollwut-, Typhus- und Japanische Encephalitis- Impfungen nötig sein.

Bitte sprechen Sie vor dem Reiseantritt fĂŒr eine medizinische Beratung auf jeden Fall mit Ihrem Hausarzt oder einem Tropenmediziner.

Gesundheitstipps: Grundregeln und praktische Infos

Das mĂŒssen Sie wissen: Die Einreise fĂŒr deutsche Staatsangehörige ist nur mit (vorlĂ€ufigem) gĂŒltigem Reisepass möglich, der nach der Reise noch mindestens sechs Monate gĂŒltig ist. Auch ist das Beantragen eines Visums nötig. Da die Bearbeitung eines Visumantrags mehrere Wochen bis Monate dauern kann, ist dies in der Reiseplanung mit zu berĂŒcksichtigen. Impfungen sind allerdings nicht zwingend erforderlich.

Reiseapotheke zusammenstellen

Neben den offiziellen Dokumenten ist das Zusammenstellen und MitfĂŒhren einer persönlichen Reiseapotheke sinnvoll. Vor Ort sind nur selten alle benötigten Tabletten und Medikamente verfĂŒgbar, die gegebenenfalls gebraucht werden und diese enthalten dann hĂ€ufig keine Wirkstoffe, da es sich um MedikamentenfĂ€lschungen handelt. In einer Reiseapotheke enthalten sein, sollten, neben den eigenen Medikamenten (zum Beispiel bei vorher bekannten chronischen Erkrankungen wie Insulin fĂŒr Diabetiker oder Hormon-Tabletten bei SchilddrĂŒsenerkrankungen), Verbandsmaterial, Antibiotika, Antihistamin-Gel (Stiche, Sonnenbrand), Antivertiginosa (Reisekrankheit), Paracetamol/ Ibuprofen (SchmerzzustĂ€nde, z.B. Zahn-, Kopf-, Gliederschmerzen), Diclofenac-Salbe (Zerrungen), Iberogast (Magenbeschwerden), N-Butylscopolamin (BauchkrĂ€mpfe), Panthenol Salbe/Spray ((Brand)-Wunden) und Desinfektionsspray. Des Weiteren können in der Reiseapotheke noch Augentropfen und Mittel gegen Husten und Schnupfen mitgefĂŒhrt werden. Besonders wichtig ist auch das Insektenschutzmittel.

Generell gilt: in Myanmar wird mit Menschenrechten anders umgegangen. Freie MeinungsĂ€ußerungen, die als Kritik an der Regierung oder politisch motiviert aufgefasst werden, können zu einer Inhaftierung oder Ausweisung fĂŒhren, seien Sie daher vorsichtig wie Sie sich Ă€ußern und verhalten. Auch ist das Fotografieren militĂ€rischer Einrichtungen verboten. Der Besitz von Drogen und Prostitution sind ebenfalls strafbar. Verhalten Sie sich den Einheimischen gegenĂŒber respektvoll und freundlich. Akzeptieren Sie die Religion und religiöse Orte. Wenn beispielsweise bestimmte Kleidung oder das Ausziehen von Schuhen in Tempeln gefordert wird, halten Sie sich daran.

KrankenhÀuser & medizinische Versorgung in Myanmar

Die medizinische Versorgung in Myanmar ist oft problematisch. Selbst im Falle eines nahegelegenen Krankenhauses gibt es hĂ€ufig schlechte hygienische ZustĂ€nde, mangelhafte medizinische Möglichkeiten und hĂ€ufig keine Möglichkeit der Kommunikation (hĂ€ufig keine englischsprachigen Ärzte). Daher gilt fĂŒr einen medizinischen Notfall und chronisch Kranke: haben Sie immer Ihre eigene Reiseapotheke parat, schließen Sie vorher einen Krankenversicherungsschutz ab und kĂŒmmern Sie sich um eine zuverlĂ€ssige ReiserĂŒckholversicherung. Und am wichtigsten: verhalten Sie sich verantwortungsvoll und achten Sie auf Ihre Gesundheit, damit es erst gar nicht zu der Notwendigkeit einer medizinischen Versorgung kommt. Dazu gehören besonders auch entsprechende Impfungen vor Reiseantritt.

Tipp: Bei ernsthaften und komplizierten Erkrankungen sollte man eine Behandlung in Bangkok erwÀgen!

Bitte informieren Sie sich direkt vor dem Reiseantritt nochmals beim AuswĂ€rtigen  Amt unter den LĂ€nderinformationen von Myanmar ĂŒber mögliche Änderungen fĂŒr die Einreise, da sich diese kurzfristig noch Ă€ndern können.

Weitere Links

http://www.auswaertiges-amt.de/sid_FAA26D3BF4995A53E851AF0F92055A84/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/Nodes/MyanmarSicherheit_node.html

http://tropeninstitut.de/reisetipps/reiseapotheke.php

Fragen und Antworten zu Impfungen in Myanmar

Sind Impfungen fĂŒr Myanmar erforderlich?

FĂŒr die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet oder Aufenthalt von mehr als zwölf Stunden im Transit eines Gelbfiebergebiets mĂŒssen alle Personen ab einem Alter von einem Jahr eine Gelbfieberimpfung nachweisen.

Welche Impfungen werden fĂŒr Myanmar empfohlen?

Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A und Polio, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Tollwut, Typhus und Japanische Enzephalitis empfohlen.

Gibt es das Coronavirus in Myanmar?

Das Coronavirus SARS-CoV-2 ist derzeit in Myanmar nicht angekommen, es gibt keine Infekte. Allerdings sind auch die Grenzen nach China geschlossen worden.

Gibt es Malaria in Myanmar?

In Myanmar besteht ein ganzjĂ€hriges Malariarisiko, das in der Regenzeit etwas höher ist. Malaria wird durch dĂ€mmerungs- und nachtaktive Anopheles-MĂŒcken ĂŒbertragen. Unbehandelt verlĂ€uft insbesondere die gefĂ€hrliche Malaria tropica bei nicht-immunen EuropĂ€ern hĂ€ufig tödlich.

Gibt es das Zika-Virus in Myanmar?

diese Erkrankung kommt deutlich seltener vor als das Dengue-Fieber. Wirklich gefĂ€hrlich ist die Infektion mit diesem Virus vor allem fĂŒr ungeborene Kinder, sodass besonders schwangere Frauen aufpassen mĂŒssen.

2 Kommentare

  1. Wo kann ich mich informieren, welche Medikamente wir einfĂŒhren dĂŒrfen. Ich habe gelesen, dass einige Wirkstoffe verboten sind. Ich nehme verschiedene Tabletten gegen Bluthochdruck ein.

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