Myanmar Gesundheit & Impfungen

Gesundheitsrisiko, Impfungen & Krankheiten in Myanmar

Myanmar (früher Burma/ Birma) ist ein immer beliebteres Reiseland, besonders bei den Deutschen. Die Anzahl der Touristen hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als vervierfacht. Myanmar liegt in Südostasien und grenzt an Laos, Thailand, Bangladesch und Indien. Es leben fast 52 Millionen Menschen dort, die Burmesisch sprechen und zum Großteil Buddhisten sind. Regiert wird Myanmar von einem sozialistischen Militärregime, das von Nachbarländern aufgrund eingeschränkter Menschenrechte kritisch gesehen wird. Die Lebenserwartung liegt bei  ungefähr 60 Jahren bei Männern, und 63 Jahren bei Frauen, steigt aber tendenziell deutlich an.

Durch die weite Entfernung zu Deutschland, den deutlich unterschiedlichen Temperatur- und Witterungsverhältnissen und einer ganz anderen Kultur und Lebensweise ist es als Tourist wichtig und empfehlenswert sich im Vorfeld über das Land zu informieren und Vorbereitungen zu treffen. Die wichtigsten Informationen zu Krankheiten, Impfungen, Schutz sowie einige Grundregeln und Tipps, die beachtet werden sollten, werden im Folgenden dargelegt. So können Sie gut vorbereitet und sicher in einen traumhaften Asienurlaub starten.

Welche Krankheiten in Myanmar gibt es?

In Myanmar gibt es verschiedene Infektionskrankheiten, die es bei uns nur sehr selten oder gar nicht gibt, und gegen die keine Impfungen zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund muss hier besondere Vorsicht geboten werden.

Dengue-Fieber: diese Krankheit wird über tagaktive Mücken übertragen und tritt in der Regenperiode in Myanmar häufig auf. Ein konsequenter Schutz vor Mückenstichen durch Barriere-Maßnahmen ist hier der sicherste Schutz.

Zika-Virus: diese Erkrankung kommt deutlich seltener vor als das Dengue-Fieber. Wirklich gefährlich ist die Infektion mit diesem Virus vor allem für ungeborene Kinder, sodass besonders schwangere Frauen aufpassen müssen.

Chikungunya-Fieber: auch diese Krankheit wird durch Mückenstiche verursacht und weist mit Fieber und Gelenkschmerzen ähnliche Symptome wie das Dengue-Fieber auf.

Japanischen Enzephalitis (JE): diese Erkrankung ist zwar sehr selten, verläuft bei Infektion jedoch häufig tödlich. Allerdings gibt es eine sichere Schutzimpfung, die eine gute prophylaktische Maßnahme darstellt. Die Viren werden durch Wasservögel und Schweine übertragen.

Malaria: In Myanmar besteht ein ganzjähriges Malariarisiko, das in der Regenzeit etwas höher ist. Die Übertragung erfolgt durch die Anopheles-Mücken. Malaria-tropica-Infektionen verlaufen für Europäer in diesem Land oft tödlich. Da die Erkrankung noch Wochen bis Monate nach der Reise ausbrechen kann, sollte bei unklarem Fieber nach einer Asienreise immer an Malaria gedacht werden. Der sicherste Schutz gegen Malaria ist die Kombination aus heller bedeckender Kleidung, Insektenschutzmittel und Moskitonetzen in der Nacht. Die WHO stuft mit Ausnahme der Stadtregionen von Yangoon und Mandalay das Land unter 1000 Höhenmetern als Malaria Risikogebiet ein und rät zur Prophylaxe. Als Notfallmittel sollte hier jeder Tourist das Medikament Malarone dabei haben.

HIV/ AIDS: die Infektion mit dem HI-Virus nimmt in Myanmar deutlich zu. Daher wird von ungeschützten Sexualkontakten (immer Verwenden eines Kondoms), dem Benutzen von Spritzen und dem Tätowierungen strengstens abgeraten, da dies lebensgefährlich sein kann.

Durchfallerkrankungen: Diarrhoe stellt die häufigste Reiseerkrankung dar. Durch das ausschließliche Trinken von sauberem, sicher verschlossenen, Trinkwasser und dem häufigen Händewaschen (mindestens nach jedem Toilettenbesuch und vor jedem Zubereiten von Speisen) kann das Risiko deutlich gesenkt werden. Findet trotz allem eine Infektion statt, sollte früh ein Arzt aufgesucht werden, da die Gefahr von Elektrolytverlust und Dehydrierung droht.

Tollwut: diese Infektionskrankheit verläuft häufig tödlich und wird über Viren übertragen, die sich im Speichel von infizierten Tieren befinden. Bei hoher Exposition zu Tieren (Straßenkötern, etc.) ist hier die Impfung die sicherste Schutzmaßnahme, da eine Postexpositionsprophylaxe oft nicht schnell genug zur Verfügung steht.

Tuberkulose: diese Krankheit kommt in Asien noch deutlich häufiger vor als in Europa. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch.

Welche Impfungen / Impfschutz brauche ich in Myanmar?

Bei einer direkten Einreise aus Deutschland gibt es keine speziellen Impfvorschriften. Erfolgt die Einreise aus einem Gelbfieber-Gebiet, beispielsweise Afrika, wird die Gelbfieber-Impfung vorausgesetzt. Generell wird die Auffrischung und Vervollständigung  der, vom RKI herausgegebenen, Standardimpfungen empfohlen. Ausnahmen sind ein besonders langer Aufenthalt oder eine außergewöhnlich hohe Exposition. Hier können Hepatitis B (und A), Tollwut-, Typhus- und Japanische Encephalitis- Impfungen nötig sein.

Bitte sprechen Sie vor dem Reiseantritt für eine medizinische Beratung auf jeden Fall mit Ihrem Hausarzt oder einem Tropenmediziner.

Gesundheitstipps: Grundregeln und praktische Infos

Das müssen Sie wissen: Die Einreise für deutsche Staatsangehörige ist nur mit (vorläufigem) gültigem Reisepass möglich, der nach der Reise noch mindestens sechs Monate gültig ist. Auch ist das Beantragen eines Visums nötig. Da die Bearbeitung eines Visumantrags mehrere Wochen bis Monate dauern kann, ist dies in der Reiseplanung mit zu berücksichtigen. Impfungen sind allerdings nicht zwingend erforderlich.

Reiseapotheke zusammenstellen

Neben den offiziellen Dokumenten ist das Zusammenstellen und Mitführen einer persönlichen Reiseapotheke sinnvoll. Vor Ort sind nur selten alle benötigten Tabletten und Medikamente verfügbar, die gegebenenfalls gebraucht werden und diese enthalten dann häufig keine Wirkstoffe, da es sich um Medikamentenfälschungen handelt. In einer Reiseapotheke enthalten sein, sollten, neben den eigenen Medikamenten (zum Beispiel bei vorher bekannten chronischen Erkrankungen wie Insulin für Diabetiker oder Hormon-Tabletten bei Schilddrüsenerkrankungen), Verbandsmaterial, Antibiotika, Antihistamin-Gel (Stiche, Sonnenbrand), Antivertiginosa (Reisekrankheit), Paracetamol/ Ibuprofen (Schmerzzustände, z.B. Zahn-, Kopf-, Gliederschmerzen), Diclofenac-Salbe (Zerrungen), Iberogast (Magenbeschwerden), N-Butylscopolamin (Bauchkrämpfe), Panthenol Salbe/Spray ((Brand)-Wunden) und Desinfektionsspray. Des Weiteren können in der Reiseapotheke noch Augentropfen und Mittel gegen Husten und Schnupfen mitgeführt werden. Besonders wichtig ist auch das Insektenschutzmittel.

Generell gilt: in Myanmar wird mit Menschenrechten anders umgegangen. Freie Meinungsäußerungen, die als Kritik an der Regierung oder politisch motiviert aufgefasst werden, können zu einer Inhaftierung oder Ausweisung führen, seien Sie daher vorsichtig wie Sie sich äußern und verhalten. Auch ist das Fotografieren militärischer Einrichtungen verboten. Der Besitz von Drogen und Prostitution sind ebenfalls strafbar. Verhalten Sie sich den Einheimischen gegenüber respektvoll und freundlich. Akzeptieren Sie die Religion und religiöse Orte. Wenn beispielsweise bestimmte Kleidung oder das Ausziehen von Schuhen in Tempeln gefordert wird, halten Sie sich daran.

Krankenhäuser & medizinische Versorgung in Myanmar

Die medizinische Versorgung in Myanmar ist oft problematisch. Selbst im Falle eines nahegelegenen Krankenhauses gibt es häufig schlechte hygienische Zustände, mangelhafte medizinische Möglichkeiten und häufig keine Möglichkeit der Kommunikation (häufig keine englischsprachigen Ärzte). Daher gilt für einen medizinischen Notfall und chronisch Kranke: haben Sie immer Ihre eigene Reiseapotheke parat, schließen Sie vorher einen Krankenversicherungsschutz ab und kümmern Sie sich um eine zuverlässige Reiserückholversicherung. Und am wichtigsten: verhalten Sie sich verantwortungsvoll und achten Sie auf Ihre Gesundheit, damit es erst gar nicht zu der Notwendigkeit einer medizinischen Versorgung kommt. Dazu gehören besonders auch entsprechende Impfungen vor Reiseantritt.

Tipp: Bei ernsthaften und komplizierten Erkrankungen sollte man eine Behandlung in Bangkok erwägen!

Bitte informieren Sie sich direkt vor dem Reiseantritt nochmals beim Auswärtigen  Amt unter den Länderinformationen von Myanmar über mögliche Änderungen für die Einreise, da sich diese kurzfristig noch ändern können.

Weitere Links

http://www.auswaertiges-amt.de/sid_FAA26D3BF4995A53E851AF0F92055A84/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/Nodes/MyanmarSicherheit_node.html

http://tropeninstitut.de/reisetipps/reiseapotheke.php

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