Ayeyawady Delta in Myanmar

Natur-Highlight, Strände und Abenteuerreise: Das Ayeyawady Delta in Myanmar

Das Wichtigste über diese Gegend in Myanmar
Traveltipps:
1) Pathein – Stadt mit Schirm und Charme
2) Chaungtha Beach – Strandleben und Fischgerichte
3) Ngwe Saung Beach – Kilometerlange Palmenstrände

Beste Reisezeit: Zwischen November und April

Die endlos erscheinende Ebene des Ayeyawady Deltas eröffnet den Blick auf ein Stückchen Welt, wie sie schon vor langer Zeit gewesen sein muss. Zwischen schüchtern lächelnden Fischern und verschlafenen kleinen Dörfern erstreckt sich die Lebensader Myanmars: Der Ayeyawady-Fluss, besser noch unter Irrawaddy bekannt, ist umsäumt von fruchtbaren Reisfeldern, jahrhundertealten Pagoden und sympathisch kleinen Städten. Ein Bootstrip entlang der Mangrovenwälder gehört auf die Route einer jeden Myanmar-Reise. Hier verlässt die Route endgültig die touristischen Fußspuren und taucht in ein einzigartiges Naturspektakel ab. Der Irrawaddy ist „der Fluss, der den Menschen Segen bringt“ – und Reisenden ein unvergessliches Erlebnis.

Farbenfroh bemalte Boote im Twante Canal bei Dala, Myanmar
Farbenfroh bemalte Boote im Twante Canal bei Dala, Myanmar (Shutterstock)

Lage, Daten und Fakten über das Irrawaddy Delta

In das Irrawaddy Delta fließen mehrere Flüsse aus dem Landesinneren von Myanmar, aber auch aus Thailand und Vietnam. Das Delta erstreckt sich über die Division Ayeyawady hinaus bis nach Yangon und sieht auf der Landkarte fast wie eine Halbinsel aus. Es ist mehr als 2000 Kilometer lang und mündet im Golf von Bengalen. Das Gebiet um den Irrawaddy und seine vielen Flussarme und Kanäle ist durch eine weite Ebene gekennzeichnet, die nur im Westen durch das circa 3000 Meter hohe Arakan Gebirge abgegrenzt wird. Dieses Gebirge ist ein Ausläufer der Himalayas und bildet eine natürliche Grenze zu Indien.

Unterwegs bei einer Boottour im Ayeyarwady Delta.
Unterwegs bei einer Boottour im Ayeyarwady Delta.(Shutterstock)

Die Natur ist atemberaubend und einzigartig: Da wo Süßwasser und das Salz des Meeres zusammenfließen, säumen Mangroven die Flussläufe, andere Teile der Delta-Küste überraschen mit traumhaften Tropen-Stränden und ungeahnten Tauchmöglichkeiten. Dabei ist das gesamte Delta touristisch kaum erschlossen: Hier leben Fischer und Reisanbauer noch genauso wie vor vielen Jahrzehnten. Der Fluss transportiert Mensch, Tier und Nahrung, das Wetter und die Natur bestimmen das Leben. So ist der Irrawaddy Fluss nicht nur der größte Fluss in Myanmar, er ist außerdem eine der fruchtbarsten Ebenen Südostasiens und macht Myanmar zu einem der wichtigsten Exporteure für Reis und tropische Früchte.

Der Weg ist das Ziel – Auf Entdeckungstour im Irrawaddy Delta

Das Irrawaddy Delta überzeugt vor allem durch seine eindrucksvolle Natur und die freundliche, warmherzige Mentalität der dort ansässigen Bevölkerung. Während die Anreise ins Delta relativ einfach zu organisieren ist, findet die touristische Infrastruktur in den Dörfern wohl ihr Ende.

Die authentischen und unvergesslichen Bootstouren auf den Gewässern des Irrawaddys werden meist von einheimischen Guides angeboten.

Diese bringen Informationen noch aus der Familiengeschichte mit und kennen sich bestens im Gebiet aus. Die Nähe zur einheimischen Kultur macht den Weg zum Ziel: Nicht selten kommt es vor, dass die geplante Route abgeändert werden muss oder ein kleiner Ort so sympathisch wird, dass man lieber länger bleibt. Alle Unternehmungen im Irrawaddy Delta nehmen den Reisenden mit in das Leben am Fluss und sorgen für unvergessliche, intensive Eindrücke.

Unterwegs bei einer Boottour im Ayeyarwady Delta.
Unterwegs bei einer Boottour im Ayeyarwady Delta. (Shutterstock)
Ein Urlaub im Irrawady Delta wird unvergessen bleiben: Die Urtümlichkeit der Einheimischen, die Authentizität der Orte und die lebhafte Art und Weise, zu Reisen machen einen Besuch einzigartig. Die Chance sollte ergriffen werden, solange die Naturschönheit dieses Flussdeltas noch fernab der weltlichen Realität die Küste Myanmars schmückt.

Bootstouren durch das Irrawady Delta

Die Bootstouren auf dem Irrawady Fluss sind in aller Regel nicht auf Luxuslinern. Das sollte jedoch als wertvoller Vorteil der Region betrachtet werden, denn jede „River Cruise“ ist somit ein pures Erlebnis. Es gibt einheimische Reiseagenturen wie „Opening Up Burma Tours“ die Tagestrips und mehrtägige Flussreisen in größeren, einheimischen Holz- und Segelbooten anbieten.

Schiffstour in Myanmar
Schiffstour in Myanmar (Shutterstock)

Für Halb- oder Ganztagstouren gibt es unzählige Bootsmänner, die ihre Boote für einen kleinen Aufpreis zur Verfügung stellen. Viele von ihnen kennen auch den einen oder anderen englischsprechenden Guide, der den Bootstrip begleiten kann. Um nur tagsüber auf dem Fluss unterwegs zu sein, lohnt sich fast nur die Hauptstadt des Deltas als Ausgangspunkt: Pathein. Die 230.000-Einwohner-Stadt ist die viertgrößte in Myanmar und ist ein wichtiges Handelszentrum für Reis, Fisch und Meeresfrüchte. Die Hafenstadt hat einige urige Bars und einheimische Restaurants, die einen vielfältigen Einblick in die kulinarische Kultur geben. In Pathein gibt es auch Gasthäuser mit Schlafmöglichkeit. Als weiterer Ausgangspunkt kann auch Bogale an der Südspitze des Deltas dienen. Die Infrastruktur ist hier jedoch sehr schlecht ausgebaut und die Fortbewegung findet fast ausschließlich mit lokalen Booten statt.

Exkurs nach Pathein: Hier kommen die Sonnenschirmen in Myanmar her – Pathein Hti

Schirme aus der Stadt Pathein sind weltbekannt. Ende des 19.Jahrhunderts beauftragte König Thibaw den Kunsthandwerker U Shwe Sar mit der Herstellung  von Zeremonienschirmen. Seitdem sind die Bambusschirme, die aufwändig in über 50 Arbeitsschritten hergestellt werden ein fester Begriff.

In Pathein sind die meisten Werkstätten nördlich der Twenty Eight Pagoda.

Reiseveranstalter für mehrtägige Flusstouren

Auch wenn der Tourismus das Irrawady Delta noch nicht endgültig erreicht hat: Es gibt Reiseveranstalter, wie Ananda Travel, Jules Vernes oder Jasmin Holidays, die vorgefertigte, mehrtägige Flusstouren in luxuriösen Übernachtungsschiffen anbieten. Die Touren kombinieren meist eine 3-7-tägige Flusskreuzfahrt und einen Aufenthalt in Yangon. Wer ein lokales, größeres Schiff buchen möchte, hält sich am besten an die einheimischen Betreiber der Pandaw II.

Hilfreiche Reisetipps: Aufenthaltsdauer, Reisezeit und Unterkunft

Beste Reisezeit: Der Monsun beherrscht das Wetter im Irrawady Delta vor allem von September bis Anfang Dezember. Zu dieser Zeit werden die kleinen Flusskanäle zu einem großen See verwandelt und selbst die Fischer der Dörfer verbringen die meiste Zeit in ihren Hütten. Demnach lässt sich die Gegend am besten zwischen Mitte Dezember und Ende Februar erkunden. Ab März klettern die Temperaturen sehr hoch, sodass das Reisen an sich mühsam wird.

Ein Ausflug ins Irrawady Flussdelta sollte zwischen 3 und 5 Tagen andauern und bestenfalls als Teil einer Myanmar-Rundreise eingeplant werden. In diesem Rahmen kann eine 2-3-tägige Flussfahrt und ein kurzer Aufenthalt in einer der Delta-Städte geplant werden. Wer länger bleiben möchte, muss sich an eine der größeren Reiseveranstalter wenden, die mehrtägige Flusskreuzfahrten anbieten. Die Unterkünfte sind in der Regel einfach und befinden sich nahezu ausschließlich in Pathein, Bogale, Yangon oder in den Strandstädten Chaungtha und Ngwe Saung. Ein Geheimtipp am Strand ist das Hill Garden Hotel in Chaungtha, in dem man für 25 Dollar komfortabel übernachten kann. Die meisten Gästehäuser kosten zwischen 20 und 50 Dollar, größere Hotels wie das Amazing Chaung Tha Resort bieten Zimmer ab 60 Dollar pro Nacht an.

Highlights im Irrawaddy Delta: Traumstrand zwischen den Pagoden  (chaungtha, ngwe saung)

Die Städte Chaungtha und Ngwe Saung ergänzen den Traum von tropischen Sandstränden in Myanmar um zwei weitere. Chaungtha liegt an der südwestlichen Grenze des Deltas und ist fünf Stunden Busfahrt von Yangon entfernt. Der Strand ist vor allem unter der Woche ein idealer Platz, um sich zu entspannen. Am Wochenende fahren auch viele Einheimische in die Stadt, um am Strand zu baden. Besonders empfehlenswert ist ein Ausritt am Strand oder eine kleine Paddeltour. In Chaungtha können auch Motorräder ausgeliehen werden – fährt man mit diesen Richtung Norden entdeckt man einsame und unberührte kleine Buchten.

Ngwe Saung Beach (Shutterstock.com)
Ngwe Saung Beach (Shutterstock.com)

Noch exklusiver ist der 14 Kilometer lange Strand in Ngwe Saung. Dieses tropische Highlight hat verschiedene Gästehäuser und Backpacker Hostels und wird generell weniger besucht. Hier lohnt es sich, Tauch- oder Schnorchel-Ausrüstung auszuleihen und die Küste zu erkunden. Im Ume Café unweit des Strandes trifft sich übrigens die Stadt. Das kleine Café serviert guten Kaffee und hat abends eine Feuer-Tanz-Show.

Ngwe Saung Beach (Shutterstock.com)
Ngwe Saung Beach (Shutterstock.com)

Die perfekte Reiseroute im Überblick

Eine mehrtägige Reise beginnt bestenfalls in Yangon. Von da aus fahren Busse und Boote in die südlich gelegene Stadt Bogale. Hier ist allein die Anreise durch das innere des Deltas ein Highlight. Von Bogale aus lohnt sich die 5-stündige Bootstour zum Fischerdorf Kadonkani – sie gilt als eine der landschaftlich attraktivsten Touren der Region.

Abenteurer versuchen auf eigene Faust von Bogale nach Pathein zu kommen, dies bedarf allerdings viel Zeit und Lust, auf einheimischen Booten Kilometer zu machen. Der einfachere Weg geht mit dem Bus nach Pathein. Eine Idee für einen Halbtagestrip startet mit der Hilfe eines lokalen Guides in Pathein mit dem Motorrad Richtung A Su Gyi. Von hier aus kann man mit dem Boot das kleine Dorf Maunge Tee besuchen, das eine wunderschöne Pagode hat, und dann nach Kangyidaunt weiterreisen – ein Flussdorf mit einem kleinen, aber berauschendem lokalen Markt. Von hier aus können Abenteuerlustige auch Ausflüge nach Pyapo oder Twante unternehmen. Nach dem Aufenthalt in Pathein nutzt man die letzten Tage der Irrawady-Rundreise, um in Chaungtha oder Ngwe Saung das Meer und den Strand zu genießen und die Erlebnisse Revue passieren zu lassen.

Shwesandaw pagoda in Twante
Shwesandaw pagoda in Twante (Shutterstock)

Optimale Voraussetzungen für Backpacker und mutige Reisende

Der Pauschalreisetourismus ist bisher definitiv nicht in das Irrawady Delta eingezogen. Die Fortbewegung in der Region verlangt ein wenig Mut und Abenteuerlust, da der Transport fast ausschließlich durch lokale Busunternehmen, einheimische Fahrer oder Bootsmänner realisiert wird. Abseits der größeren Städte sprechen nicht mehr viele Menschen englisch – da ist Kreativität gefragt! Für Backpacker ist der Irrawady Fluss ein Geheimtipp – das einheimische Essen und die einfachen Unterkünfte sind authentisch und bezahlbar, die Kultur hautnah erlebbar. Ein Trip muss auch nicht detailliert vorher geplant werden – oftmals ergeben sich durch interessante Begegnungen mit den Einwohnern der Dörfer noch viel spannendere Unternehmungen.

Wie komme ich zum Ayeyawady River?

Die Anreise zum Irrawady Delta sollte über Yangon durchgeführt werden. Die Stadt hat einen kleinen internationalen Flughafen, der angeflogen werden kann. Über Mandalay gibt es auch Nachtbusse, die nach Yangon fahren, sowie die Züge der Myanmar Railways. Eine Zugfahrt von Mandalay nach Yangon ist in jedem Fall eine schöne Route und die wohl schnellste aus dem Norden zu gleich. Von Yangon aus fahren einige Busse vom Hlaing Thar Yar Bus Terminal in die Ayeyawady Division und von da in die verschiedenen Orte des Deltas. Bogale ist beispielsweise auch mit einer Nachtfähre von Yangon aus erreichbar. Diese startet 20 Uhr und kommt 4 Uhr morgens an. Es gibt mittlerweile Buslinien, die klimatisiert und komfortabel sind. Je südlicher die Reise geht, desto abenteuerlicher können auch die Transportmittel werden. Vom Selbstfahren mit dem eigenen Auto sei jedoch abgeraten: In vielen Städten gibt es strikte Regulierungen für ausländische Fahrer, der Verkehr ist gefährlich und die Straßen in schlechtem Zustand.

Besser nicht: Mit dem Auto auf eigene Faust im Delta (Shutterstpck.com)
Besser nicht: Mit dem Auto auf eigene Faust im Delta (Shutterstpck.com)

 

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