Protest in Myanmar: Bedeutungen Rote Schleifen, Dreifingergruß, Töpfe und Pfannen

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Nach dem Militärputsch in 🇲🇲 Myanmar stehen die Menschen vorsichtig auf, treffen sich zu Massendemonstrationen und gehen auf die Straßen von Rangun, der größten Stadt Myanmars. Im Hintergrund immer im Kopf, dass die Situation durch militärische Schläge eskalieren könnte, machen die Einwohner des Landes es der Militärjunta nicht mehr so einfach und nehmen den Putsch nicht hin – Widerstand entsteht. Wir erklären welche Methoden & Symbole die Bürger verwenden um Ihre Wut zum Ausdruck zu bringen.

Internet offline – Facebook, Twitter & Instagram teilweise abgeschaltet

Dabei haben es die Demonstranten nicht leicht, denn zeitweise wurden die Social Media Plattformen Twitter, Facebook und Instagram abgeschaltet. Das Militär unterhält ja einige eigene Firmen im Land um Waffen zu finanzieren, so betreibt man das Telekommunikationsnetz Mytel selbst und hat nun auch Zugriff auf die anderen Handynetze. Um die Demonstrationen gar nicht erst entstehen zu lassen, stellt man nun das Internet, den Mobilfunk und SMS ab. Dass die Sozialen Medien nicht erreichbar sind, kennt man aus China, wo zumindest die westlichen Social Media Tools nicht verfügbar sind.

Dennoch schaffen es die Burmesen sich quasi „über den Flurfunk“ zu verabreden. Zahlreiche Videos auf Facebook und Instagram zeigen dies. Jede freie Minute, in der das Internet nutzbar ist, wird dieses genutzt. Denn die Welt da draußen soll mitbekommen, wie es im Land aussieht. Zum Glück sind bisher alle Demos friedlich verlaufen, auch wenn massive Polizeiaufgebote und Militärische Kompanien aufgefahren werden.

Rote Schleifen in Myanmar

Ein bekanntes Zeichen des Widerstandes sind die roten Schleifen. Rot ist die Farbe der Partei NLD der festgenommenen Staatsrätin Aung San Suu Kyi.

Dreifingergruß – Vorbild Hunger Games & Thailand

Wer die Filmreihe „The Hunger Games – The Tribute von Panem“ mit Jennifer Lawrence gesehen hat, erinnert sich. Die Rebellen in diesem Film stehen vor der Diktatur und halten die Hand mit dem Dreifingergruß in die Luft. Das hat letztens Jahr auch in Thailand Runde gemacht, als man gegen die Regierung protestierte.

Abends wird es laut: Töpfe & Pfannen auf den Balkonen

Wer schon einmal an Neujahr oder Sylvester in Myanmar kennt es: Statt Böller und Raketen wird mit Töpfen und Pfannen Krach gemacht um die bösen Geister zu vertreiben. Abends in der Dunkelheit um 20 Uhr geht es also los in den Strassen der Städte. Auf den Balkonen stehen die Menschen und machen Krach, zünden Kerzen an, Autos fahren hupend in Kolonnen durch die Straßen.

Boykottaufrufe gegen die Firmen des Militärs

Wie wir hier erklären, betreiben die Generäle des Militärs zusammen mit deren Familien massenweise Firmen in Myanmar um sich ihr Leben zu finanzieren. Nun gibt es viele Aufrufe diese Firmen zu boykottieren, zum Beispiel die Biermarken Myanmar Beer und Dagon Beer sowie KBZ mit der Airline und der Bank.

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