Mount Popa – die mystische Heimat der Myanmar-Geister

Die Gegend um den Mount Popa ist atemberaubend, weit und im wahrsten Sinne des Wortes sagenhaft. Am Fuße des über 1500 Meter hohen Berges thront die eindrucksvolle Pagode Tuyin Taung auf dem mittlerweile erloschenen Vulkanhügel Taung Kalat, welcher – so besagt die Legende – die Heimat der Schutzheiligen Myanmars ist. Dabei eignet sich der Mount Popa als Tagestour von Bagan aus – es sind nur 50 Kilometer.

Mount Popa – die mystische Heimat der Myanmar-Geister
Mount Popa – die mystische Heimat der Myanmar-Geister

Die Geschichten rund um den heiligen Vulkan sind ebenso faszinierend wie die tropische, unendlich erscheinende Weite der zentralburmesischen Landschaft. Der Schutzheiligen-Kult ist heutzutage fester Bestandteil des Buddhismus, existierte jedoch schon viele Jahrhunderte davor. Diese uralte Tradition lebt in dem kleinen Pilgerdorf am Fuße des Mount Popa weiter. Von mystischer Atmosphäre umgeben ist dieser Ausflug eine lohnenswerte Reise in die geheimnisvolle Vergangenheit Myanmars.

Wichtiger Wallfahrtsort südlich von Bagan

Das Pilgerdorf am Fuß des Mount Popa befindet sich nur 50 Kilometer südöstlich der beliebten Stadt Bagan. Es ist Teil der Myingyan Ebene in Zentralmyanmar, über welche es vom Vulkanhügel Taung Kalat eine einzigartige Aussicht gibt. Der Ort gilt als wichtige Wallfahrtsstätte des Buddhismus, da der Kult der Schutzgeisterverehrung seit vielen Jahrhunderten fest im Buddhismus verankert ist. Der Mount Popa selbst ist ein Berg von 1517 Metern Höhe und wird generell eher von den sportlichen Gästen bestiegen. Der 737 Meter hohe Vulkankegel Taung Kalat wird gelegentlich als Mount Popa bezeichnet, befindet sich jedoch etwas südwestlich vom eigentlich gemeinten Berg und ist die Hauptattraktion des Ortes.

Mount Popa – die mystische Heimat der Myanmar-Geister
Mount Popa – die mystische Heimat der Myanmar-Geister

Aufstieg auf den Taung Kalat – Vorsicht, Affen!

Es sind 777 Stufen an der Zahl, die jeder Besucher erklimmen muss, um zur Tuyin Taung Pagode auf dem Gipfel des Taung Kalat zu gelangen. Die Treppen sind durchgängig überdacht und relativ steil. Da diese Stätte heilig ist, müssen die letzten zwei Drittel der Treppe barfuß zurückgelegt werden – ohne Schuhe und ohne Strümpfe. Begleitet werden Besucher von unzähligen Makaken-Affen die für die Gegend um den Mount Popa bekannt sind. Die Affen haben sich an die Besucher gewöhnt und fordern eine Fütterung teils aggressiv ein. Es empfiehlt sich daher, jegliche Lebensmittel nach dem Aufstieg zu verzehren, um keine unangenehmen Begegnungen zu haben. Die Natur am und um den Berg ist besonders nach der Regenzeit üppig und grün. Die Vulkanerde ist sehr fruchtbar und hat dazu geführt, dass sich eine Vielzahl an Blumen- und Pflanzenarten entwickeln konnte. Seit dem das Gebiet um den Berg herum zum Nationalpark erklärt wurde, ist die Artenvielfalt bestens geschützt. Hier gibt es neben Sandelholzbäumen und etlichen Orchideen mehr als 180 Vogelarten, Lemuren und die seltenen Zibetkatzen. Diese natürliche Vielfalt gab dem Berg auch seinen Namen: Popa kann im Deutschen als „Blume“ übersetzt werden. Der Aufstieg ist jeden Tag von 7 bis 22 Uhr möglich und kostenfrei. Er schließt direkt an die einzige Straße des Pilgerdorfes an und ist nicht zu verfehlen.

Die geisterhaften Geschichten der Nats – die Schutzheiligen Myanmars

Die Geister, die den Berg bewohnen und den Einwohnern Myanmars Glück und Segen bringen können, werden Nats genannt. Insgesamt gibt es 37 Stück, wobei diese in höhere und niedere Nats aufgeteilt werden. In den Städten Myanmars ist dieser Kult nicht so oft zu entdecken wie auf dem Land. In den Dörfern gibt es noch viele Häuser, die Nats-Altäre haben, um die Geister des Berges zu ehren. Alle Nats waren der Legende nach früher mächtige Krieger und Herrscher, die auf grausame Art und Weise getötet wurden und nun als Wächter um den Berg herum leben. Die bekanntesten Nats sind die vier um die Mutter der Nats Popa Medaw. Sie war übernatürlich schön und hat in den Wäldern des Mount Popa meditiert. Auf ihren Wunsch hin hat Buddha dafür gesorgt, dass sie Fremden gegenüber nur als Dämonin erkenntlich gemacht werden kann. Einst gab es jedoch einen Krieger mit übernatürlichen Kräften, welcher ihre wahre Schönheit erkannte. Die beiden verliebten sich, bekamen Zwillinge und der tapfere Herrscher kam zu spät zur Arbeit am Königshof – und musste dafür sein Leben geben. Nach dem man der schönen Popa Medaw auch noch ihre zwei Zwillingssöhne nahm, starb sie an Herzschmerz. Die Familienmitglieder gelten heute als große Nats und sind nach 100 Metern Treppenaufstieg an einem heiligen Schrein in Lebensgröße dargestellt.

Mount Popa – die mystische Heimat der Myanmar-Geister

Tipps für die Reise zum Mount Popa – Reisezeit, Dauer und Übernachtung

Eine Tour zum Mount Popa lässt sich am Besten in einen Tagestrip von Bagan aus einplanen. Eine naheliegende Übernachtung ist ausschließlich im luxuriösen Mount Popa Resort möglich. Dieses bietet exzellente Beherbergung, einen fantastischen Pool und einen einzigartigen Blick auf die Pagode des Taung Kalat Berges. Das Resort kann auch ohne Übernachtung für einen Zwischenstopp während der Anfahrt genutzt werden, um den Panoramablick bei einem Kaffee zu genießen. Die Monate zwischen November und April sind für diese Tour empfehlenswert, da dann Trockenzeit herrscht. Besonders kurz nach der Regenzeit im November ist die Natur reich und satt und der Berg komplett bewachsen. Das Klima ist tropisch und durchgängig heiß. Im März findet das Mount Popa Nat Festival statt. Zu dieser Zeit vibriert das kleine Pilgerdorf und es werden traditionelle Tänze aufgeführt.

Anreise zum Mount Popa von Bagan

Der Mount Popa ist einfach von Bagan aus zu erreichen. Die Straße ist verhältnismäßig gut ausgebaut und die Fahrt dauert circa 90 Minuten mit dem Auto. Ein Taxi kostet inklusive Fahrer zwischen 40 und 50 Dollar. Die Anreise ist auch mit einem Sammeltaxi oder einem öffentlichen Bus von Bagan aus machbar. Hier kann Geld gespart werden, die An- und Abreise vom Pilgerdorf ist dann jedoch nicht mehr so flexibel. Ein Taxi lohnt sich auch deshalb, da es auf dem Weg zum Berg interessante Plantagen gibt, an denen in Absprache mit dem Fahrer ein Stopp gemacht werden kann. Hier gibt es einige freundliche Einheimische, die eine kurze Einführung in die Gewinnung von Palmzucker oder Palmwein geben.

Karte von Mount Popa

Mount Popa und Taung Kalat sind ein mystisches Highlight in Myanmar. Der Panoramablick über die Myingyan-Ebene ist einprägsam und einzigartig. Nicht zu Letzt die unkomplizierte Anreise machen diesen Ort zu einem sehr lohnenswerten Ausflug. Da in den letzten Jahren mehrere Touristen angereist sind, hat sich das kleine Pilgerdorf angepasst und bietet erfrischende Getränke sowie kleine lokale Köstlichkeiten an um die Tagestour abzurunden.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.