Reisebericht Myanmar 2020 – Rundreise durch Myanmar

Unser Myanmar Reisebericht 2020

Myanmar 2020 – das südostasiatische Land stand lange Zeit nicht auf unserem Plan – zu Unrecht, wie sich letztendlich herausgestellt hat. Sri Lanka, Vietnam, Kambodscha oder natürlich Thailand sind nur einige der Länder Asiens, die wir bereits bereist haben. Anfang 2020 sollte nun auch Myanmar folgen – und dieses Land haute uns wirklich aus den Socken.

Wir sind Daniel (27) und Neele (23) aus Deutschland – seit fast sechs Jahren reisen wir gemeinsam durch die Welt – seit einigen Monaten sind wir nun auf Weltreise. Für uns ging es bereits einige Male nach Asien – nach Vietnam, Kambodscha, Sri Lanka, Thailand oder auch China. Mit Myanmar stand nun ein weiteres Reiseziel in Asien auf unserer Liste, das uns rundum begeisterte.

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Doch was waren unsere Erwartungen an Myanmar, bevor wir uns von Thailand auf den Weg dorthin machten? Berichten nach, sollte das asiatische Land deutlich weniger touristisch sein als die Mehrheit der Nachbarländer. Nach Weihnachten und Silvester in Bangkok hatten wir erst einmal genug von einer Metropole, genug von touristischen Massen und genug von dem komfortablen Reisen auf bereits unzählige Male benutzten Pfaden. Myanmar war somit das Ziel – weniger Touristen, ein authentisches Asien und neue Eindrücke? Dies waren unsere Erwartungen –Myanmar hat diese erfüllt und sogar bei Weitem übertroffen.

Myanmar und wir – das war irgendwie Liebe auf den ersten Blick. Das Land und seine herzlichen Einwohner gefielen uns einfach von Stunde zu Stunde besser. Zahlreiche unterschiedliche Stopps von Hpa-An bis Bagan oder von Yangon bis zum Inle Lake ließen keine Langeweile aufkommen. Eins ist sicher – wir werden nicht das letzte Mal in Myanmar gewesen sein. Denn in den knapp vier Wochen Aufenthalt konnten wir leider nicht alles von diesem wunderschönen Land sehen. Somit werden wir wiederkommen und die weiteren Punkte auf unserer Bucket-Liste für Myanmar bereisen.

Zusammenfassung: Unsere Myanmar Rundreise 2020
  • Wir waren 30 Tage in Myanmar, haben also genau die maximale Dauer unseres Visums erreicht.
  • Von Bangkok per Bus über die Grenze bei Mae Sot.
  • Unsere Stationen: Hpa-An, der goldene Fels in Kinpun, die Hauptstadt Yangon, Bagan, Trekking zum Inle See von Kalaw aus, Inle Lake.
  • Was uns besonders gefallen hat: Die freundlichen Menschen – die Burmesen sind gastfreundlich, hilfsbereit und freundlich.
  • Fazit: Die Reise nach Myanmar war ein echtes Highlight!

Unsere Reiseroute

Unsere Myanmar-Reiseroute sah wie folgt aus: Für die 30 Tage wollten wir uns nicht zuviel vornehmen! Von Bangkok geht es mit dem Bus zur Grenze und danach weiter nach Hpa-An, unserer 1.Station in Myanmar. Nach einigen Tagen fahren wir mit dem Bus zum Goldenen Felsen, der uns bei schönstem Wetter empfängt. Danach geht es ins Treiben der Großstadt Yangon, bevor wir den Nachbus zu den Tempeln von Bagan nehmen. Dort rollen wir einige Tage durch die Gegend, bevor es weiter zum Kalaw-Trekking geht. In drei Tagen zu Fuß erreichen wir den Inle Lake. Hier heißt es chillen, bevor wir den Flieger zurück nach Thailand nehmen!

Einreise: Von Thailand nach Myanmar

Vor unserer Reise nach Myanmar befanden wir uns in Bangkok. Nun hieß es zu planen, wie wir Thailand verlassen und Myanmar bereisen. Ein Flug von Bangkok ist in verschiedene Städte Myanmars möglich – aus ökologischen und finanziellen Gründen bevorzugten wir jedoch eine Einreise via Land. Zunächst dachten wir das wäre etwas komplizierter – alles lief jedoch reibungslos.

In Bangkok buchten wir uns ein Bus-Ticket nach Mae Sot – die thailändische Grenzstadt an der östlichen Grenze Myanmars. Dort übernachteten wir eine Nacht, organisierten uns am Morgen ein Tuk-Tuk zur Grenze und überquerten diese zu Fuß. Keine Stunde später standen wir erstmals in unserem Leben auf burmesischen Boden – zudem war es der erste Grenzübertritt zu Fuß. Wenn das immer so unkompliziert und schnell geht, laufen wir jetzt nur noch über die Ländergrenzen hinweg. Auf der anderen Seite angekommen, bieten umgehend verschiedene Fahrer und Minivans ihre Dienste an. Für 10.000 Kyat pro Person geht es dann vier Stunden in einem Minivan durch die Berge in kurvigen und staubigen Straßen nach Hpa-an – unserem ersten Stopp auf unserer Reise durch Myanmar.

Hpa an und seine Umgebung

In Hpa-an brachte uns der gecharterte Minivan direkt zu unserem Hotel. 4 Nächte blieben wir im Hotel Hpa an Boutique Inn. Einem einfachen Hotel mit super freundlichen Mitarbeitern. Das Zimmer wurde regelmäßig gesäubert und das Preis-Leistungsverhältnis war unschlagbar. Das Hotel liegt dann doch relativ weit entfernt vom Zentrum – mit Roller ist das jedoch kein Problem. Uns kam es gerade Recht – bei der Fahrt mit dem Minivan durch Hpa an kam uns die Stadt sehr chaotisch und nicht wirklich sehenswert vor. Das Hauptaugenmerk in Hpa an richtet sich doch auf die Umgebung der Stadt: Höhlen, Wanderungen und Natur standen für die nächsten Tage auf dem Programm. Also nach der Ankunft einen Roller organisiert, einen unglaublich leckeren (typisch für Myanmar) Tea Leaf Salad gegessen und dann Ausruhen für die nächsten Tage.

Highlight Nr.1 in Hpa an und Umgebung waren die zahlreichen Höhlen. Wer Tempel mag, kommt in Hpa an auf seine Kosten. Wer Höhlen mag, ebenso. Und wer die Kombination von Höhle und Tempel wertschätzt, sollte sich schleunigst auf den Weg nach Hpa an machen. So fuhren wir den ersten Tag mit unserem Roller zahlreiche Pagoden und Höhlentempel ab. Die Sadan Cave oder die Kawgun Cave sind nur zwei Beispiele für eindrucksvolle Tempel. Schuhe aus und ab durch die Tropfsteinhöhle schlendern und die einzigartige Kultur bestaunen – das hat uns am ersten Tag in Hpa an hervorragend gefallen.

Highlight Nr.2 in Hpa an war die Kyauk Kalat Pagode. Mit unserem neuen Roller (unser Erster hatte leider bereits am Abend zuvor einen Motorschaden) ging es zur Kyauk Kalat Pagode. Diese steht auf einem Felsen inmitten eines Sees. Unzählige Einheimische bevölkerten die Wege zur Pagode. Insbesondere am Ende Richtung Sonnenuntergang beleuchtete die Sonne das Bauwerk auf eine wunderschöne Art und Weise – einen Besuch wert war diese Pagode allemal.

Highlight Nr.3 sind der Mount Zwegabin und der davor liegende Lumbini Garden. Empfohlen wird der Aufstieg zum Mount Zwegabin zum Sonnenaufgang. Also starteten wir früh morgens im Dunkeln mit dem Roller zum Ausgangspunkt der Wanderung. 1,5 Stunden anstrengende Wanderung lagen vor uns. Auf dem Weg trafen wir einige Einheimische, die bereits früh morgens den Weg zur Pagode auf dem Gipfel hinter sich lassen wollten. Der Großteil des Wegs besteht aus Stufen – dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wanderung wirklich anstrengend war. Nach 1,5 Stunden kamen wir beim Kloster auf dem Gipfel an und mussten erst einmal unsere durchnässte Kleidung trocknen. Zunächst gab es jedoch ein Foto mit einer Schulklasse aus Myanmar, die im Kloster übernachtet hatte und unbedingt eine Erinnerung an zwei, verschwitzte Touristen aus Deutschland brauchte – Selfie geschossen und ein wenig ausruhen. Dann kamen bereits die ersten Sonnenstrahlen. Die Sonne ging langsam auf und wir suchten uns eine Stelle für schöne Fotos. Gar nicht mal so einfach – mittlerweile wird anscheinend ein Lift auf den Mount Zwegabin gebaut und die Umgebung ist ein wenig Baustelle. Also starteten wir bereits den Weg nach unten und fanden dann auf dem Weg doch noch wunderschöne Punkte, um das gewünschte Sunrise-Foto zu schießen. Der Mount Zwegabin war ein toller Erfolg – das Ambiente im Morgengrauen beim Kloster gefiel uns besonders gut.

Körperlich weniger anstrengend, aber technisch anspruchsvoller kletterten wir in der gleichen Zeit wieder nach unten. Vor dem Berg wartete auf uns noch der Lumbini Garden, ein Park mit tausenden Buddha Statuen. Ein toller Anblick – geschlaucht ging es dann auch erstmal zum Frühstück ins Hotel.

Highlight Nr.4 war dann noch der Taung Wine Mountain in Hpa an – ein weiterer guter Grund für einen Besuch dort. Zunächst wollten wir diesen Berg auch im Morgengrauen besteigen. Also gut – Wecker früh gestellt und losgefahren – irgendwie beschlich uns jedoch unterwegs ein ungutes Gefühl, stockdunkel, Umleitung wegen Baustelle, keine anderen Menschen – was machen, wenn wie am Vorabend der Roller kaputt geht? Also umgedreht und wieder ins Hotelbett. Nach einigen Stunden Schlaf ein erneuter Versuch. Glücklicherweise haben wir uns im Dunkeln gegen die Weiterfahrt entschieden. Aufgrund einer Baustelle mussten wir eine Umleitung wählen, bei der der Taung Wine Mountain nicht ausgeschildert war – eines ist sicher: im Dunkeln wären wir eine Stunde umsonst gefahren, ohne den Aufstieg zu finden. Nun also liefen wir bei praller Mittagssonne den Berg hinauf. Eine Stunde später waren wir bereits oben – in eiligem Tempo überholten wir so manch einen Einheimischen und saßen dann vor der goldenen Pagode auf der Spitze. Highlight ist übrigens eine idyllische Holztreppe, die für schwindelfreie Personen ein hervorragendes Fotomotiv bietet. Über eine Stunde unterhielten wir uns mit Einheimischen (soweit es die Sprachbarriere zuließ) und genossen die Aussicht.

Hpa an war ein voller Erfolg – der erste Stopp hat uns den Einstieg in das neue Land denkbar leicht gemacht. Nach der anstrengenden Fahrt nach Hpa an mitsamt Reiseübelkeit war es wirklich die viel besungene Liebe auf den ersten Blick. Myanmar – wir freuen uns auf die nächsten Wochen mit dir!

Der goldene Fels in Kinpun

Der zweite Stopp in Myanmar sollte der Goldene Fels sein. Dieser liegt in der Nähe des Ortes Kinpun – Kinpun fungiert dabei als eine Art Basislager für alle Pilger, die sich auf dem Weg zum goldenen Felsen machen wollen. Der Bus von Hpa an nach Yangon machte in der Nähe von Kinpun Halt, sodass wir innerhalb von wenigen Stunden am Ziel ankamen. Zuerst checkten wir in unser Hotel ein, welches wir für eine Nacht gebucht hatten. Die Zeit in Kinpun war begrenzt – am nächsten Morgen sollte es weiter nach Yangon gehen. Also kurz gestärkt und los Richtung Goldener Fels. Es ist sowohl möglich, eine Tageswanderung zum Goldenen Fels zu machen als auch die berühmt berüchtigten LKWs zu nehmen. Wir entschieden uns für die LKWs, die eher einer Achterbahn glichen. Die LKWs haben eine große Ladefläche, welche mit Sitzreihen versehen ist. Dort wird man in die unterschiedlichen Reihen verfrachtet mit zu vielen anderen Personen. Eng aneinander gequetscht geht es nun hoch in Richtung Goldener Fels. Auf einmal gab es jedoch einen kleinen Aufruhr – augenscheinlich bewegte sich ein burmesischer Star in das Fahrercockpit, um die Fahrt auch zu unternehmen. Sämtliche Augen richteten sich auf diese Person – Autogramme wurden gegeben, Selfies gemacht und manch eine Frau schaute dem jungen Burmesen schmachtend hinterher. Zum ersten Mal waren wir out – gar kein so schlechtes Gefühl, mal nicht im Mittelpunkt zu stehen. Die freundliche Burmesin neben uns versuchte übrigens noch zu erklären, warum diese Person prominent ist – allerdings auf burmesisch. Also wissen wir bis heute nicht, um wen es sich da gehandelt hat.

Der Goldene Fels ist eine der heiligsten Orte in Myanmar. Nachdem wir eine halbe Stunde später oben waren, mussten wir uns landestypische Kleidung anziehen, welche Beine und Co. bedeckte. Dann kamen wir immer näher und sahen den goldenen Felsen in voller Pracht. Kurze Zeit später brach dann auch die Wolkendecke auf – nun glänzte der Goldene Fels mit der Sonne um die Wette. Übrigens dürfen nur Männer auf die Plattform zum Felsen, für Frauen ist dies verboten. Wir bewunderten eine Zeit lang den goldenen Felsen aus allen Perspektiven – doch nicht nur der Fels, sondern auch das ganze Ambiente oben auf dem Berg war einzigartig. Schließlich waren wir einer Liste zufolge am späten Nachmittag erst die ausländischen Personen Nr.9 und Nr.10 – der Goldene Fels ist somit ebenfalls alles andere als touristisch. Zurück mit dem Achterbahn-LKW neben einem sich schon nach kurzer Zeit übergebenden Mädchen, waren wir heilfroh, als wir wieder auf unseren eigenen Beinen standen. Eine letzte Mahlzeit in Kinpun (der Ort an sich ist wirklich alles andere als sehenswert) und dann fielen wir schon ins Reich der Träume – am nächsten Morgen holte uns dann früh der Bus vom Unternehmen JJ Express ab. An dieser Stelle eine vollumfängliche Empfehlung – komfortable, pünktliche und preiswerte Busse. Insbesondere die 2+1 Variante ist wirklich luxuriös, einzig und allein die Fahrer wähnen sich manchmal auf einer Rennstrecke.

Die Hauptstadt Yangon

Angekommen in Yangon ging es direkt mit Taxi zu unserem Hotel – die Busstation lag ungefähr 45 Minuten außerhalb mitten im Nirgendwo. Unsere Unterkunft, das Beautyland Hotel Yangon, befand sich unweit der Deutschen Botschaft und bot uns alles, was wir brauchten. Drei Tage Aufenthalt in Yangon sollten für uns reichen, um die Stadt zu entdecken, ein wenig zu entspannen und lecker zu essen – soviel vorweg: das alles gelang uns bravourös.

Die ehemalige Hauptstadt Yangon war ein netter Stopp – doch Myanmar bietet schönere Ecken. Allerdings gibt es bereits einen bestimmten Grund, warum Yangon bei einer Myanmar Rundreise nicht fehlen darf: die Schwedagon Pagode inmitten der Stadt. Die goldene, wirklich beeindruckende Pagode ist eines der Wahrzeichen Myanmars und das Highlight in Yangon. Die Stupa ist 99 Meter hoch und thront in elaborierter Lage auf einem Hügel in der Stadt. Über 60 Tonnen Gold wurden für den Bau benötigt – doch genug zu den technischen Daten. Die Schwedagon Pagode ist wunderschön anzusehen. Für einen Besuch sollte man sich Zeit einplanen – wir spazierten rund um die Tempel und sahen viele beeindruckende Bauwerke mit einzigartigen Verzierungen. Übrigens trug ich dort zum ersten Mal meinen eigenen Longyi – in Myanmar tragen nämlich alle Männer Röcke – klingt komisch? War es gar nicht, vielmehr ist der Longyi bequem und sieht bei den meisten Burmesen sogar richtig gut aus. Aus Respekt vor den Heiligtümern zogen wir uns natürlich immer angemessen an. Nachdem wir am Vormittag in Yangon den Bogyoke Aung San Market besichtigt haben, war ich stolzer Besitzer eines eigenen Longyis.

Leider haben wir die Schwedagon Pagode erst am letzten Tag in Yangon besucht – hätte ich diese vorher gesehen, wäre garantiert noch ein zweiter Besuch zur anderen Tageszeit fällig gewesen. Darüber hinaus gibt es in Yangon einige schöne Parks und Gebäude – der Besuch lohnt sich jedoch allein schon wegen der Pagode. Zum Schlemmen ging es jeden Tag in das Yoga House Yangon – die können nämlich nicht nur Yoga richtig gut, sondern kochen auch hervorragend. Hauptgerichte, Suppen, Desserts und alles, was das Herz begehrt. So fiel es uns dann am letzten Tag doch etwas schwer Yangon zu verlassen – glücklicherweise wartete mit Bagan eines der Highlights Myanmars auf uns.

Bagan und seine unzähligen Pagoden

Nach einer 12-stündigen Nachtbusfahrt kamen wir wider Erwarten schnell am Morgen in Bagan an – fast durchgeschlafen im Bus und erholt waren wir also in Bagan. Unser Hotel lag ein wenig außerhalb – aus diesem Grund würden wir das nächste Mal wohl eine Unterkunft buchen, die in Old Bagan liegt. Dank Transfer-Service waren wir jedoch immer schnell im touristischen Zentrum. Während der erste Tag noch am Pool zur Erholung gedacht war, sollten es die nächsten Tage in sich haben.

Die Tage sahen alle fast gleich aus – gegen morgen liehen wir uns nach dem Frühstück ein E-Bike und durchkurvten die teils guten und teils schlechten Straßen durch die zahlreichen Pagoden. Überfüllt? Fehlanzeige. Gerade bei den kleineren Pagoden und Bauwerken waren wirklich oft sogar ganz alleine. So macht das Entdecken doch gleich viel mehr Spaß. Einzig und allein einen guten Punkt für die Aussicht zu finden, ist relativ schwer. Nach den Erdbeben in der jüngeren Vergangenheit wurden nämlich alle Pagoden gesperrt. Das Klettern von Früher gehört der Vergangenheit an – zumindest offiziell. Schließlich kommen immer wieder Einheimische an und fragen nach „Climbing“. Diese wollen einem dann, einen zum Klettern geeigneten, Tempel zeigen. Wir entschieden uns somit einmal dazu, auf eine Pagode zu klettern – manchmal schmecken die verbotenen Früchte einfach am besten. Die Aussicht war überragend, die Stimmung ebenso. Überhaupt gefiel uns Bagan richtig gut. Die zahlreichen Tempel und Pagoden waren ein echter Traum, sodass wir fast unseren Aufenthalt verlängert hätten – doch das Trekking in Kalaw wollten wir nicht verpassen.

Übrigens gab es noch ein ganz besonderes Highlight – die Ballons früh beim Sonnenaufgang. Wer morgens rechtzeitig den Wecker stellt und sich auf dem Weg zu den Pagoden und einem guten Aussichtspunkt macht, sieht unzählige Ballons aufsteigen und über die weitläufige Landschaft schweben – ein wirklich tolles Fotomotiv.

Kalaw und das Trekking zum Inle Lake

Eine weitere Fahrt mit dem JJ Express Bus und schon waren wir in Kalaw – dem Ausgangspunkt für unsere dreitätige Trekkingtour. Ein Tag haben wir uns eingeplant, um die perfekte Tour zu finden – allerdings sind wir schon vorher fündig geworden. Wir buchten ein Trekking mit der Ko Min Agentur, welche dafür bekannt ist, einen anderen, einsamen Weg zu wählen – ohne andere Touristen und mit ganz viel Natur. Also verbrachten wir unseren letzten Ruhetag von morgens bis abends im Sprouting Seeds Cafe. Dort lernen übrigens Lehrer aus dem ganzen Land die Arbeit in der Küche und gleichzeitig verfolgt das Restaurant verschiedene soziale Zwecke – das Essen war zudem gut, das Ambiente toll.

Am nächsten Tag wurden wir dann morgens um 9 Uhr abgeholt – das große Gepäck wurde mit dem Auto bereits zum Inle Lake gebracht, der kleine Trekkingrucksack ging ab auf die Schulter. Dann ging es los mit einer kleinen Gruppe von sechs Leuten – wir, zwei Israelis und ein amerikanisches Paar, das ursprünglich aus Rumänien und Dänemark stammt. Dazu der kleine und lustige Guide der Agentur. Die Wanderung zum Inle-See war ein echtes Highlight. Wir lernten das authentische Leben Myanmars kennen, liefen durch Chili-Plantagen, spielten Fußball im Kloster mit Mönchen und schliefen bei burmesischen Familien in Dörfern, in denen es weder fließend Wasser noch Strom gab. Komfortabel – nein? Unvergesslich – Ja! Das beschreibt die Trekking Tour wohl relativ gut.

Auch wenn bereits der Weg das Ziel war, waren wir nach drei Tagen umso glücklicher, als der Inle See vor uns auftauchte. Ein letztes Mittagessen – wir wurden auf dem ganzen Trek übrigens wirklich hervorragend von einem immer mit Roller vorfahrenden Koch bewirtet – und dann ging es mit einem Holzboot in Richtung Nyaung Shwe und unserem Hotel. Das Holzboot schoß durch die Kanäle und kurze Zeit später waren wir dann schon auf dem Inle-Lake – wow – was für ein Gefühl. Nach drei Tagen Wandern, Schweiß und Anstrengung waren wir am Ziel. Der Fahrtwind peitschte uns ins Gesicht und ließ uns jede Qual vergessen. Die nächsten drei Tage verbrachten wir am Inle-Lake. Dort unternahmen wir eine Bootsfahrt durch die Floating Villages, beobachteten das einheimische Leben und besuchten das Tofu Village – dort gibt es unzählige Einheimische, die verschiedene Speisen zubereiten, um diese auf dem Markt zu verkaufen. Bei einer kleinen Führung kann man das Tofu Village besichtigen und den Menschen bei der Herstellung zuschauen – interessant war das allemal, lecker auch. Insbesondere die Reis-Donuts werden uns wohl in Erinnerung bleiben – wirklich ein Traum.

Die Menschen in Myanmar

Doch was wäre Myanmar ohne seine herzlichen Bewohner? Das Ende dieses Berichts ist nicht möglich, ohne auf die Menschen in Myanmar in einem eigenen Abschnitt einzugehen. Sicherlich haben die Wanderungen rund um Hpa-an, die eindrucksvollen Pagoden in Bagan oder das Trekking zum Inle Lake maßgeblich dazu beigetragen, dass unsere Myanmar Reise ein absolutes Highlight war. Ohne die herzlichen, freundlichen und wirklich beeindruckenden Menschen wäre der Aufenthalt in Myanmar jedoch nicht derart außergewöhnlich gewesen.

Die asiatische Freundlichkeit wird in vielen Reiseführern besungen und oft hochgelobt. Doch wie steht es wirklich mit der asiatischen Freundlichkeit heute? Insbesondere in touristischen Regionen in Thailand oder Vietnam sind die Menschen zwar freundlich, allerdings spürt man als Reisender allzu oft Hintergedanken. Wer kann ihnen das verdenken? Schließlich bietet der Tourismus eine Chance für die Regionen, die Dörfer und die Menschen. Nichtsdestotrotz fehlen häufig die unbeschwerte Fröhlichkeit und die bedingungslose Freundlichkeit, wenn die Menschen in den Ländern die Chancen des Tourismus erkannt haben. Umso schöner war es in Myanmar genau das Gegenteil vorzufinden – freundliche Menschen: Ja, Hintergedanken beim Gespräch: Nein.

Die eindrucksvollen Momente in Myanmar begannen bereits in Hpa an. Die Menschen schauen einen an, die Menschen lächeln einen an. Was sich die ersten Momente noch komisch anfühlte, wurde bereits am nächsten Tag zur Normalität. Lachen und Grüßen gehören dazu – ganz gleich, ob im Restaurant, auf der Straße oder bei der Wanderung in der Natur. Doch damit nicht genug – zwei weitere Beispiele zeigen, wie wir auf unseren Reisen die Freundlichkeit der burmesischen Bevölkerung empfunden haben.

Selfies, Selfies und noch einmal Selfies

Selfies gibt es heutzutage in eigentlich jedem Land. Wer kennt nicht die Touristenmassen, die mit Selfie-Stick bewaffnet vor den touristischen Hotspots lauern – schrecklich. Selfies in Myanmar bedeutet etwas Anderes. Die Einheimischen wollen Fotos mit dir machen – und das ist keineswegs die Ausnahme. An den Pagoden, bei den Höhlen oder auf den Bergen trifft man zu 99,9% Einheimische. Andere Touristen haben wir zumindest in den meisten Gegenden kaum bis gar nicht gesehen. Die Einheimischen wünschen sich oftmals nichts mehr als ein Foto mit dir. Ganze Schulklassen haben Fotos mit uns gemacht, einheimische Paare sich in unsere Arme geschmissen und wir haben mit Kindern und Erwachsenen gepost und gelacht – das alles für ein einfaches Selfie als Erinnerung an eine Begegnung mit einem Fremden – wow – nicht selten haben uns die Einheimischen eine Gänsehaut verschafft.

„Nice to meet you“

Neben den Selfies steht insbesondere ein englischer Satz für die Freundlichkeit der Burmesen. Nice to meet you – häufig spazierten wir durch die Städte, saßen im Restaurant oder wanderten querfeldein – oftmals kamen uns Einheimische entgegen und bedachten uns mit diesen freundlichen Worten. Wer bitte sagt einem Fremden einfach, dass es schön ist, ihn zu treffen? Man stelle sich vor, wir laufen in Deutschland wieder durch die Innenstadt Frankfurts an einem schönen Sommertag – kaum vorstellbar, dass mir ein Fremder entgegenkommt und sagt, dass er sich freut mich zu sehen.

Bereits nach einigen Tagen änderte sich das Gemüt beim Reisen. Wir liefen selber mit einem Lachen im Gesicht durch die Gegend, gute Laune war an der Tagesordnung. Myanmar macht glücklich – dank der burmesischen Menschen und all der Personen, die wir auf unserer Myanmar Reise getroffen haben.

Nur eine Angewohnheit verstehen wir bis heute nicht – die Betelnuss ist die Volksdroge Myanmars. Überall kauen Burmesen die rote Nuss und spucken die Flüssigkeit aus. Was wie Blut aussieht, ist eine Betelnuss – schön ist trotzdem was anderes. Mit der Zeit gewöhnt man sich jedoch an die kleinen roten Flecken auf dem Boden oder die grinsenden Burmesen mit tiefroten Zähnen.

Das Fazit – Reisen nach Myanmar ist ein Muss

Die Reise nach Myanmar war ein echtes Highlight. Auch als Vielreisende wird Myanmar immer einen besonderen Platz bei uns haben. Die verschiedenen Stopps waren allesamt schön und gelohnt hat sich jeder einzelne. Zudem haben wir so viele Ecken noch gar nicht gesehen – das werden wir auf jeden Fall nachholen. Gerade heute, in Zeiten des noch geringen Tourismus, ist Myanmar immer eine Reise wert. Wer zögert, sollte sich schnellstmöglich auf den Weg machen. Bereuen wird das unserer Meinung nach niemand.

Erweitern kann man diese Rundreise durch Myanmar noch, indem man eine Woche Strandurlaub am Ngapali Strand dranhängt. Auch die zweitgrößte Stadt Mandalay fehlt auf dieser Rundreise.

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