Hpa-An in Myanmar: Höhlen, Klöster und Pagoden

Höhlen, Klöster und Pagoden – Hpa-An in Myanmar

Die Stadt Hpa-An hat ihre Tore erst seit einigen Jahren für Besucher und Touristen aus fremden Ländern geöffnet. Seitdem ist sie mit ihrer eindrucksvollen Umgebung ein Highlight des Landes. Die tropisch bewachsenen Bergketten rund um den Ort beherbergen riesige heilige Höhlen, Buddha-Stätten und einige faszinierende Felspagoden.

Mehrere tausende Buddha-Statuen wurden vor Jahrzehnten in die Höhlen gestellt, die Wände sind kunstvoll verziert und die Panoramablicke von einigen Höhlen aus atemberaubend. Hpa-An hat mehrere einfache Hotels, die touristische Infrastruktur wird von den gastfreundlichen Einwohnern getragen und ist an sich schon eine großartige Erfahrung.

Die balancierende Felspagode Kyauk Kalat
Die balancierende Felspagode Kyauk Kalat

Die balancierende Felspagode Kyauk Kalat

Die wohl bemerkenswerteste Heiligenstätte in Hpa-An ist die Kyauk Kalat Pagode. Dieser Tempel balanciert auf einem hohen, spitzen Felsgestein, der auf einer kleinen Insel inmitten eines Sees steht. Die Insel ist über eine hölzerne Fußgängerbrücke erreichbar und kann sehr einfach erkundet werden. Da die Insel aktiv als Gebetstätte und von den einheimischen Mönchen genutzt wird, müssen Schuhe am Ende der Brücke ausgezogen werden und es empfiehlt sich ein zurückhaltender und respektvoller Umgang mit der Natur und den Menschen, denen man dort begegnet.

Streben nach Unabhängigkeit – Hpa-An als Hauptstadt von Kayin

Hpa-An liegt im Norden des südlichen Landstriches von Myanmar und ist die Hauptstadt des Staates Kayin. Damit befindet sie sich circa 270 Kilometer östlich von Yangon. Sie sitzt am Ostufer des Flusses Thanlwin und ist von eindrucksvollen Karstgebirgen umsäumt. Der Weg nach Hpa-An führt an Militärkasernen und parodierenden Truppen vorbei, die militärische Präsenz ist auffällig hoch. Das ist dadurch begründet, dass der Kayin-Staat seit Jahren für die eigene Unabhängigkeit kämpft und aus der Union Myanmars austreten will, wodurch es hin und wieder zu Auseinandersetzungen der verschiedenen Parteien kommt. Den Einwohnern der Dörfer rund um Hpa-An sieht man dies jedoch nicht an – die Atmosphäre in und um die Stadt ist entspannt und ländlich-freundlich. Mit etwas mehr als 400.000 Einwohnern ist Hpa-An bereits eine größere Stadt. Die meisten Straßen sind rot-braun und nicht geteert, der Verkehr abenteuerlich und die vielen Essensstände und Bierecken im typischen Flair von Myanmar. In der Innenstadt gibt es einen beschaulichen Uhrturm sowie einige kleine Moscheen und Kloster.

Faszinierende Umgebung rund um Hpa-An

Der Reiz von Hpa-An ist in erster Linie jedoch nicht die Stadt selbst, sondern ihre Umgebung. Viele Gasthäuser und Hotels bieten vorgefertigte Touren an, die in die Umgebung der Stadt führen. Diese ist durch die vielfältigen Naturhighlights abwechslungsreich und spannend. Am bekanntesten sind wohl die riesigen Höhlensysteme in den Karstgebirgen. In ihnen befinden sich Pagoden, Buddhas, kleine Seen und Mönchsstätten. Wer gerne auf eigene Faust reist, kann sich für einen Tag einen Tuk-Tuk-Transfer organisieren. Die Fahrer sind überall zu finden und bieten mit circa 20.000 Kyat für einen ganzen Tag einen fairen Preis. Von der Stadt aus lohnt es sich dann, einige Höhlen zu erkunden und die eindrucksvollsten Felspagoden zu besuchen. Da es schier unendlich viele Höhlen in der Umgebung gibt, ist es empfehlenswert, die Tour vorher zu planen um die Highlights zu sehen und keine Zeit zu verlieren.

Die Höhlen von Hpa-an
Die Höhlen von Hpa-an – hier die Kawgon-Höhle

Die Höhlen von Hpa-an

Tipp Nummer 1: Das Saddan-Höhlensystem

Die Saddan-Höhle ist eine der größten und gewaltigsten Höhlen der Gegend. Das System ist mehr als 800 Meter lang und durch die Höhle kann, ohne zurück zu kehren, durchgewandert werden. Die Saddan-Höhle ist etwas für Abenteurer. Je weiter der Weg in den Gang hinein führt, desto dunkler wird es. Eine Taschenlampe ist ein absolutes Muss, sowie die Freude am Wegfinden. In der Höhle gibt es bizarre Steinformationen und Fledermaus-Schlafplätze mit unzählbaren, lärmenden Fledermäusen. Auf der anderen Seite der Höhle liegt ein See, welcher mithilfe der dort wartenden Boote überquert werden kann, um an den Anfang der Höhle zurückzugelangen. Auch die Bootsfahrt ist aufgrund des blauen Wassers und der schönen Umgebung sehr lohnenswert.

In der Sadan Sin Min cave!
In der Sadan Sin Min cave!

Tipp Nummer 2: Die Kawgon-Höhle

In der Kawgon-Höhle darf der Fotoapparat nicht fehlen. Eine Vielzahl beeindruckender Felsreliefs verzieren die Wände der Höhle, goldene Buddhas vervollständigen das Bild der uralten, heiligen Religionsstätten. Die Höhle geht nicht sehr weit in den Felsen hinein, sodass sie wie ein natürlicher Felstempel anmutet. Während einige Höhlen kostenfrei betreten werden können, muss bei der Kawgon-Höhle mit einem Eintrittsgeld von 3000 Kyat gerechnet werden.

in der Kaw Goon Höhle
in der Kaw Goon Höhle

Tipp Nummer 3: Die Yathayphyan-Höhle

Diese Höhle ist direkt an einem kleinen Teichsystem gelegen und thront auf einem Hügel. Dadurch bietet sie einen sehr guten Blick über die Gegend. Menschengroße, goldene Buddha-Statuen gestalten den Eingang der Höhle. In der Yathayphyan Höhle, manchmal auch als Ya Thae Pyan Höhle bezeichnet, leuchtet das Tageslicht selbst die Höhle aus, so dass keine Taschenlampe notwendig ist. Die Höhle kann aufgrund des Heiligtums nur barfuß betreten werden.

Tipp Nummer 4: Die Fledermaus-Höhle

Ein weiteres Highlight rund um Hpa-An ist die Bat-Cave, zu Deutsch Fledermaushöhle genannt. Die Höhle an sich bietet keine extravaganten Highlights, außer dass sie tausende von Fledermäusen beherbergt. Ein großartiges Schauspiel ist es, diese Höhle bei Dämmerung zu besuchen. Denn dann schwärmen die Fledermausmassen aus der Höhle über den Thanlwin –Fluss hinaus, um Futter zu suchen, was imposant anzuschauen ist.

Tipp Nummer 5: Die Kaw Ka Thaung Höhle

Mit vielen in den Felsen eingebetteten, liegenden Buddha-Figuren zeigt auch die Kaw Ka Thaung Höhle den eindrucksvollen buddhistischen Kult von Myanmar. In dieser Höhle gibt es zahlreiche Affen, welche die Einheimischen oft mit Keksen füttern, weshalb die Tiere das gelegentlich auch von Besuchern erwarten. Im Inneren gibt es reich geschmückte und pompös verzierte Altäre und Höhenheiligtümer. Direkt angrenzend gibt es einen kleinen, angelegten Naturpool der auch von Besuchern als Erfrischung und Abkühlung während eines Tagestrips genutzt werden kann.

 

Tipps zur optimalen Reiseplanung und zur Übernachtung in Hpa-An

Um während des Urlaubs nicht in Zeitdruck zu verfallen, können in Hpa-An durchaus zwei bis drei Nächte verbracht werden. So bleibt entspannt Zeit, die Höhlenbesichtigung auf zwei Tage aufzuteilen und Hpa-An selbst ein bisschen zu erkunden. Die Stadt bietet Hotels verschiedener Preisklassen an, alle sind jedoch nur von guter bis durchschnittlicher Qualität.

Die Preise schwanken zwischen 15 und 50 Euro pro Nacht. Hotels, die ein wenig außerhalb der Stadt liegen, sind meist von romantisch-tropischer Natur umsäumt und ruhiger. Die Innenstadt kann auch von den Randgebieten problemlos zu Fuß oder mit einem Tuk-Tuk erreicht werden. Für eine flexiblere Mobilität kann man an Straßenständen Mopeds und Roller ausleihen. Der Preis dafür sollte zwischen 7000 und 12000 Kyat pro Tag liegen. Wie auch für viele weitere Regionen in Myanmar ist die angenehmste Reisezeit zwischen November und Februar, da die Temperaturen zwischen 18 und 34 Grad liegen und damit noch moderat sind. Die Monate am Ende des Jahres sind noch sehr grün und die Berge rund um Hpa-An sind tropisch bewachsen.

Anreise nach Hpa-An

Da Hpa-An erst seit einigen Jahren auf der touristischen Landkarte ist, kann die Stadt nur per Taxi, Auto oder Bus angefahren werden. Die üblichste Anreise führt mit dem Bus von Yangon aus. Die Strecke ist circa 270 Kilometer lang und dauert 5-6 Stunden, ein Ticket kostet zwischen 5000 und 6000 Kyat. Startpunkt ist der Aung-Mingalar-Bahnhof in Yangon, der Bus fährt 8 Uhr morgens ab. Wer von Thailand aus anreisen möchte, kann einen Bus oder ein Taxi von Myawaddy aus nehmen. Die Fahrt ist 140 Kilometer lang und kostet mit dem Bus 5000 Kyat, mit dem Taxi 30.000 Kyat.  Die Busse starten ebenfalls am Morgen zwischen 7 und 9 Uhr. Die etwas südlich gelegene Stadt Mawlamyaing ist nur 1,5 Stunden Fahrt entfernt, ein Bus kostet 1000 Kyat und ist in der Regel nicht klimatisiert.

Noch scheinen die Höhlenhighlights rund um die Kyauk Kalat Pagode noch etwas unbekannt zu sein. Die reizvollen und aufwendig konstruierten Heiligtümer werden aufgrund ihrer Einzigartigkeit jedoch bald unter den Highlights einer Myanmarreise Platz finden. Ein abschließender Tipp für die Sonnenuntergangsliebhaber: Von der Shwe-Yin-Myaw-Pagode in der Stadt, welche direkt am Fluss liegt, lässt sich ein atemberaubender Sonnenuntergang genießen.

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