Myeik Archipel / Mergui-Archipel in Myanmar

Myeik Archipel/ Mergui-Archipel im Süden von Myanmar

Mergui-Archipel Myanmar – der Traum der unberührten Tropeninseln

Myanmar ist für Süd-Ostasien-Fans unverzichtbar – Wer Thailand mag, wird Myanmar lieben! Bekannt für seine bunten Märkte, imposanten Pagoden und die gastfreundliche einheimische Kultur ist Myanmar ein Diamant im Reisegebiet Süd-Ostasien. Eins der Strand-Highlight dieses Landes jedoch ist das Mergui oder auch Myeik-Archipel: mehr als 800 Inseln, die sich entlang des südlichsten Landzipfels erstrecken – ein tropisches Paradies mit unangetasteten Korallenriffen, weiten Sandstränden und einzigartiger Flora und Fauna. Die Inseln des Mergui-Archipel sind nahezu unzählbar und bestechen durch natürliche, unberührte Schönheit. Ein Urlaub „auf dem Wasser“ reicht von Aktivitäten wie Baden, Schnorcheln, Tauchen und Kayaking bis hin zu Bergbesteigungen und kulturellen Begegnungen mit einheimischen Völkern. Im Mergui-Archipel von Myanmar ist man im Gegensatz zu vergleichbaren Destinationen oft allein unterwegs – die Inselgruppe ist eine der letzten, touristisch unerschlossenen Gebiete dieses Ausmaßes.

Das Myeik Archipel in Myanmar in seiner vollen Pracht!
Das Myeik Archipel in Myanmar in seiner vollen Pracht!

Daten und Fakten zum Mergui-Archipel

Das Mergui-Archipel (englisch! deutsch auch „Myeik-Archipel“ genannt) befindet sich im Süden von Myanmar und erstreckt sich entlang der Westküste des südlichen Zipfel des Landes. Der Archipel zählt weit über 800 Inseln, nicht alle davon wurden jemals von einem Menschen betreten. Die Inseln liegen in einem Randmeer des indischen Ozeans, dem Andamanischen Meer, auch Andamanensee genannt. Südlich des Meeres befindet sich die an Westmalaysia angrenzende Straße von Melakka, die es mit dem Südchinesischen Meer verbindet. Die Inseln sind mit tropischem Regenwald bedeckt und im Großteil unberührt. Seit 2013 gibt es Intentionen innerhalb der Regierung von Myanmar, die den Tourismus des Landes und auch des Archipel stärken wollen. In diesem Rahmen sollen vor allem Hotellizenzen vergeben werden und die Infrastruktur zwischen den Inseln und dem Festland verbessert werden. Noch ist davon allerdings nicht viel zu sehen. Nur zwei Übernachtungsmöglichkeiten befinden sich auf den Inseln. Die beste Möglichkeit, die Highlights dieses Gebietes zu sehen und zu erleben, bieten sogenannte Liveboat-Urlaube.

Wo liegt das Mergiu-Archipel?
Wo liegt das Mergiu-Archipel?

Aktivitäten im Mergui-Archipel

Die vielen, tropischen Inseln vor der Küste Myanmar erfüllen den Traum der unberührten Natur sowohl über, als auch unter Wasser. Die meisten Inseln sind unbewohnt. Einige jedoch werden von dem einheimischen Stamm der Moken besiedelt, die auf dem Festland vor allem unter „Seenomaden“ bekannt sind. Viele von den 3000 Moken leben auf Holzbooten und residieren auf verschiedenen Inseln. Mittlerweile lassen sich einige auch nieder. Sie leben ausschließlich von und mit der Natur und dem Meer, können bis zu 60 Meter tief tauchen und sind größtenteils Fischer.

Dadurch, dass sie kaum Kontakt zur Außenwelt haben und sich außerdem auch nicht als Teil der Bewohner Myanmars sehen, ist das Erleben dieser Kultur eindrucksvoll und ein Besuch des Volkes wertet den Urlaub erheblich auf. Der Dschungel, der die Inseln meist vollständig bedeckt, beherbergt außerdem Nashornvögel, verschiedene Affenarten, Tiger und eine Masse an tropischen Vogelarten. Das Highlight im Archipel sind jedoch die Wasser- und Strandaktivitäten. Während für Myanmar allgemein der Ngapali Beach weiter nördlich des Landes als Badestrand bekannt ist, bietet der Mergui Archipel schneeweiße Sandstrände und kristallklares Wasser. Der Badeurlaub hier ist fernab der Zivilisation, was das tropisch-einsame Erlebnis noch verstärkt. Alle Privatanbieter auf dem Festland wie auch die Liveboats haben das Equipment für Tauchgänge, Schnorchel-Touren, Kayak-Ausflüge und Wandertouren an Bord.

Die meisten Inseln sind von einzigartigen Korallenriffen umgeben, sodass es meist nur ein paar Schritte bedarf, um das Schnorchel-Erlebnis zu starten.
Die meisten Inseln sind von einzigartigen Korallenriffen umgeben, sodass es meist nur ein paar Schritte bedarf, um das Schnorchel-Erlebnis zu starten.

Unerforschte Unterwasserwelt – Tauchen im Mergui-Archipel

Sowohl als Anfänger als auch als Fortgeschrittener macht das Tauchen an den Inseln Spaß. Mit einer durchschnittlichen Sicht zwischen 10 und 40 Metern bietet das Wasser optimale Tauchvoraussetzungen. Die Korallenriffe sind meist vollständig erhalten. Hier ist die Chance hoch Seepferdchen, Tintenfische, Haie und Manta-Rochen zu sehen. Auch seltene Arten wie der Frosch-Fisch oder der Skorpion-Fisch wurden hier entdeckt. Ein besonderes Highlight sind die verschiedenen Felsformationen der Insel, die teilweise über das Wasser hinausragen oder aber nur unterhalb der Wasseroberfläche zu sehen sind. Unterwasserhöhlen, wie die der Western Rock Insel liegen mehr als 50 Meter unter Wasser und bieten ein einzigartiges Tauchabenteuer.

Tauchen in Myanmar
Tauchen in Myanmar

Reisen durch das Inselparadies – Tagestouren oder Liveboat-Urlaub

Erst seit 1996 ist es Touristen überhaupt erlaubt, die Inseln zu betreten. Die touristische Infrastruktur ist deshalb noch nicht sehr gut ausgebaut, was die Anreise und die Organisation schwierig machen kann, auf der anderen Seite aber auch garantiert, dass man die ursprünglichste aller Insellandschaften erleben darf. Das selbstständige Erkunden der Insel ist nicht erlaubt. Es gibt primär zwei Möglichkeiten, im Mergui-Archipel Urlaub zu machen: eine mehrtägige Liveboat-Reise auf einem Motor- oder Segelboot oder die Übernachtung an Küstenstädten wie Dawai, Myeik oder Kawathaung, von denen aus Tagestouren auf die Inseln unternommen werden. Das Andaman Resort auf der Insel Kho Yinn Khwa Kyun ist mit dem Andaman Club auf der Thahtay Kyun Insel die einzige Möglichkeit direkt im tropischen Paradies zu übernachten. Ein Zimmer im Resort kostet zwischen 700 und 1200 Euro. In diesem Preis ist eine geführte Schnorchel-Tour bereits enthalten, weitere Trips können über das Hotel gebucht werden. Möchte man allerdings variabler sein und das Archipel vom Boot aus erkunden empfiehlt sich in jedem Fall die Entscheidung für ein Liveboat. Diese legen von der nördlich gelegenen Stadt Dawai oder von Myeik ab, hauptsächlich aber von Kawathaung. Auch von Phuket in Thailand kann man in den Archipel gelangen.

Liveboats – schwimmende Privat-Hotels

Die meisten Reisveranstalter bieten Reisen in den Mergui-Archipel mit Liveboats an, da so eine Route durch die Inselgruppe genommen werden kann, die den Interessen der Reisenden entspricht. Diese kann teilweise sogar individuell angepasst werden. Gängige Anbieter sind Burma Liveboats, Alladin Live Cruise oder Mergui Princess. Auf den kleinen Schiffen wird geschlafen, gegessen und sie stellen den Transport während des Urlaubs zur Verfügung. Sie bieten das Equipment für alle Aktivitäten an Land und im, sowie unter Wasser an, einheimische Bootsmänner helfen mit Informationen aus, Übersetzer können gebucht werden, falls es Sprachbarrieren gibt. Vor den Küsten der Inseln ankert das Boot über Nacht, so dass je nach Wunsch morgens und abends noch Aktivitäten auf der Insel unternommen werden können.

Tagestouren vom Festland aus

Eine Mischung aus der Myanmar-typischen Kultur und dem exotischen Inseltraum wird möglich, wenn in einer der schönen Hafenstädte des Landes übernachtet wird. Dafür geeignet sind vor allem Dawai im Norden, Kawathaung im Süden oder Myeik, die Stadt nach der der Archipel benannt wurde. Viele Hotels bieten Touren auf die Inseln an, es gibt aber auch private Charterboote, die bis zu 10 Personen transportieren können und lokal gebucht werden. Diese kosten meist 300-500 Euro pro Tag. Um die Inseln zu besuchen, bedarf es allerdings eines Extra-Visums (siehe Reisehinweise).

Inseln, die unbedingt auf den Reiseplan gehören

Prinzipiell gilt, dass die Inseln, die weiter vom Festland entfernt sind, umso schöner sind. Die Fahrt zu diesen kann zwar bis zu 4 Stunden andauern, vorgelagerte Inseln sind jedoch meist nicht so paradiesisch, wie erwartet. Von Khawathaung aus lohnen sich Taung La Bo und Insel 115. Die erstere ist vor allem für einen ausgiebigen Badeaufenthalt mit kleinen Schnorchel-Auflügen zu empfehlen, auf Insel 115 gibt es auch gute Tauchspots, einen Wanderweg durch den Dschungel und die Möglichkeit, die Insel mit dem Kayak zu erkunden. Um die besten Strände zu erleben, lohnen sich ferner die Inseln Eyels, Owen, St. Lukes und Potter. Die Insel Nga Man ist für ihr einzigartiges Korallenriff bekannt, an welchem auch Ammenhaie zu sehen sind. Das Bild der einsamen, tropischen Insel stellt wohl Insel 254 dar.

Strand auf dem Myeik Archipel
Strand auf dem Myeik Archipel

Sie ist sehr klein, überzeugt aber durch ihren dschungelgesäumten Sandstrand und das schöne Riff. Eine gute Aussicht liefert der Western Peak auf der Insel Salet Galet. Den Fels kann man durch gekennzeichnete Wanderwege besteigen und den Ausblick über die Inselwelt genießen. Die Mamorinsel ist von Salet Galet aus gut zu erreichen und bietet optimale Kayaking-Möglichkeiten. Zur Ebbe kann man in die Höhlen der Insel hineinfahren und die Mangrovenwälder erkunden. Auch die Bada-Inselgruppe eignet sich für Kayak-Begeisterte. Die Besten Tauchspots befinden sich auf den Inseln Westernrock, Blackrock und den South und North Twin Islands. Diese Inseln punkten mit Tiefen bis zu 40 Metern, Unterwasserhöhlen und einer abenteuerlichen Tierwelt.

Reisetipps Megui Archipel – Reisezeit, Dauer, Hinweise,

Wichtig zu wissen ist, dass man in den Archipel nur reisen darf, wenn man neben dem Myanmar-Visum auch ein Extra-Visum dafür beantragt. Dieses kostet circa 250 Euro und kann in Kawathaung beantragt werden. Es gilt meist für zwei Wochen, was bedeutet, dass sich ein einziger Tagestrip auf die Inseln nicht lohnt. Die Reisedauer der meisten Touren beträgt zwischen 5 und 12 Tagen und Kosten zwischen 900 und 2000 Euro pro Person, abhängig vom gewünschten Komfort, der Anzahl der Inseln und der Tage. Oftmals wird der Reise ins tropische Paradies ein Abstecher ans Festland vor- bzw. nachgelagert. So kann man die Reisezeit auf 3 Wochen verlängern und sieht noch etwas der bekannten traditionellen Atmosphäre des Festlandes. Hierfür eignen sich Hafenstädte, da von diesen aus die Schifffahrt beginnen kann.

An der Küste Myanmars herrscht tropisches Klima mit hoher Luftfeuchte und Temperaturen zwischen 24 und 35 Grad. Eine Reise empfiehlt sich in jeden Fall in der Trockenzeit während des Nordostmonsuns. Dieser beginnt etwa im November und endet im Mai. Die Regenzeit von Juni-Oktober ist sehr regenreich. In den Monaten Mai, Juni und Juli nimmt der Wind außerdem sehr zu, was zu starkem Wellengang führt und Schnorcheln und Tauchen erschwert.

Strand in Myanmar - weniger los als in Thailand!
Strand in Myanmar – weniger los als in Thailand!

Während der Trockenzeit sollte Sonnencreme nicht vergessen werden – hier ist es nützlich, ökologisch verträgliche Sonnencreme oder einheimische Produkte wie Thanaka zu verwenden, die die Riffs nicht zerstören. Moskitospray gehört ebenfalls ins Reisegepäck, da auf einsamen Inseln niemand dafür sorgt, dass sich ein paar wenige Sandflöhe nicht am Strand verirren.

Dawai, Myeik oder Kawathaung – verschiedene Ausgangspunkte für die Insel-Route

Dawai ist die Hauptstadt des Landes Thanintharyi und ist eine gute Ideee, wenn man ein bisschen der Kultur von Myanmar in den Urlaub integrieren möchte. Sie befindet sich im Norden des Archipels, ist nicht weit entwickelt und daher noch sehr authentisch. Hier gibt es die Möglichkeit Kautschukplantagen zu besichtigen, die Ernte von Cashew-Nüssen zu erleben oder in den heißen Quellen von Pandelin zu baden. Von hier starten Motor- wie auch Segelboote tagesweise, wie auch für mehrtägige Routen zu den Inseln.

Karte des Myeik Archipels

Von den Einheimischen wird sie Beik genannt – Mergui oder Myeik, die Stadt die dem Archipel den Namen gibt. Sie befindet sich auf einer kleinen Halbinsel und ist aufgrund ihrer Lage zwischen dem mittlerem Osten und China seit über 500 Jahren ein wichtiger Handelshafen. Von hier aus ist die größte Insel Kadan nicht weit entfernt, danach empfiehlt sich eine Tour zu den Inseln Bailey, Sargent oder Sir Charles.

Kawathaung liegt direkt an der Grenze zu Thailand im Süden von Myanmar und ist nicht zuletzt aufgrund der günstigen Lage ein beliebter Ausgangspunkt für eine Reise zu den Inseln. Hier wird die Tour im Süden des Archipels begonnen, was viele Reisende bevorzugen, da die Inseln kleiner und idyllischer sind.

Eine abwechslungsreiche Route durch die Inseln könnte mit einem kulturellen Besuch in Dawai starten, führt in den ersten Tagen über die nördlichen Inseln und stoppt in Myeik. Von dort aus geht es weiter in den südlichen Bereich des Archipels für ein paar weitere Tage Traumurlaub und endet schließlich in Kawathaung. Für solch einen Trip sollten allerdings circa 3 Wochen eingeplant werden. Kürzere Reisen bieten sich von Kawathaung an, da die relativ komplizierte Anreise hier noch am einfachsten ist.

Anreise zum Mergui Archipel

Für Myanmar benötigt man ein Touristenvisum. Ein weiteres Visum muss für den Archipel beantragt werden. Mit dem Flugzeug kann man von der ehemaligen Hauptstadt Myanmars Yangon oder auch von Bangkok nach Kawathaung via Myanmar Airways oder Myanmar National Airlines fliegen. Auf der thailändischen Seite der Grenze liegt Ranong, von dort kann die Reise ebenfalls begonnen werden. Hier bedient die Airline Nok Air den Flughafen. Auch ein Flug nach Phuket und eine anschließende vierstündige Taxifahrt für circa 110 Euro nach Ranong ist möglich.

Traumurlaub auf den Inseln – auch für Backpacker?

Ein Urlaub im Mergui-Archipel wird die Sehnsucht nach Katalogstränden in jedem Fall stillen. Dafür bezahlt man meist jedoch noch den entsprechenden Preis. Das Inselparadies ist kein Backpacker-Land: Das Visum ist teuer, man ist selbstständig nicht in der Lage, die Inseln zu erkunden und Camping oder Lagerfeuernächte sind nicht erlaubt. Die Reiseschiffe sind preislich im oberen Segment angesiedelt und außerdem nur all-inclusive buchbar, da es auf den Inseln sonst keine Versorgungsmöglichkeiten gibt. Es gibt lokale Fischerboote, die auf die Inseln nahe dem Festland fahren. Diese sind preiswert, liefern aber nicht unbedingt den Komfort, den man sich bei einem tropischen Inselerlebnis wünscht.

In wenigen Jahren könnte es jedoch sein, dass der Mergui-Archipel immer mehr erschlossen wird und die Einzigartigkeit dieser Ur-Natur nicht mehr besteht. Die Reisen werden dann preiswerter und einfacher, das Abenteuer und die Unberührtheit werden jedoch verloren gehen, sodass sich eine baldige Reise dorthin wohl durchaus lohnen dürfte.

Fotocredits:

Shutterstock: Day2505, Dmitrijs Kaminskis, acro_phuket, StephAndaman, Ethan Daniels, Tawatchaiwanasri

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