Shwedagon Pagode in Rangun

Shwedagon Paya von Rangun

Die Shwedagon in Rangun ist eine der wichtigsten religiösen Stätten des Buddhismus weltweit und damit eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in ganz Myanmar. Ein Besuch dort lohnt sich aus kulturellen Gründen, doch auch für seine Schönheit ist die Shwedagon Pagode bekannt. 27 metrische Tonnen Gold und viele andere Schätze sind in ihr verbaut, um die Erben des Buddha Gautama zu huldigen. Einige beschreiben die Shwedagon als die schönste Pagode der Welt. Regelmäßig finden dort auch religiöse, buddhistische Zeremonien statt. Als eines der wichtigsten Kulturzentren im buddhistischen Raum ist die Pagode für jeden Interessierten oder solche, die es werden wollen, einen Besuch wert.

Shwedagon – eine Legende aus alten Zeiten

Der Legenden nach ist die Shwedagon Pagode bereits vor dem Tod des ersten und bekanntesten Buddha Siddhartha Gautama, also vor etwa 2500 Jahren erbaut worden. Archäologen hingegen sind heute zur Auffassung gekommen, dass die Stätte wohl zwischen dem 6. und dem 10. Jahrhundert erbaut wurde. Ihnen zufolge wurde die Shwedagon vom alten thailändischen Volk der Mon erbaut, welches kulturell stark von Einflüssen aus dem alten Indien geprägt war. Für sicher gilt, dass die ersten Archäologen bekannten Berichte über die Stupa vom Ende des 14. Jahrhunderts stammen. Damals soll der herrschende Mon-König Binnya U von Pegu die Pagode wiedererrichtet haben. Sie wurde daraufhin immer wieder erweitert und weiter verziert. Immer wieder wurde sie auch Opfer schwerer Erdbeben, so auch 1768, als die Spitze der Stupa einstürzte. Diese wurde erst im Jahr 1871 wieder durch das British Empire gespendet.

Die Pagode ist auch deshalb eine besondere Sehenswürdigkeit, weil im nachchristlichen Zeitalter immer weniger Pagoden als Großbauten realisiert wurden.

Der Buddha im Süden

Die Shwedagon wurde erbaut auf dem mit zwei Terrassen geschmückten Singuttara-Hügel, dem südlichsten Hoch der Pegu-Joma-Bergkette im Süden des Landes. Damit ragt die Pagode über der Stadt Rangun, der größten Stadt Myanmars. Sie liegt außerdem in der Nähe des Kandawgyi

Die Plattform, auf der die Pagode erbaut wurde, erstreckt sich über eine Fläche von 60.000 m². Überall befinden sich kleine Besonderheiten, die es zu entdecken gilt, und auch an Orten, um sich niederzulassen und das Geschehen zu beobachten, fehlt es nicht. Das gesamte Gebiet der Pagode ist voll von verschiedenen religiösen Reliquien und schmuckvollen, goldenen Verzierungen, an denen man sich kaum sattsehen kann. Darum lohnt es sich, für den Besuch zwei volle Tage einzuplanen. Im Notfall reicht jedoch auch ein Tag, und auch ein kurzer Besuch ist im Zweifel besser, als diese Sehenswürdigkeit zu verpassen.

Infos zum Eintritt und Besuch der Pagode

Es ist darauf zu achten, dass die Pagode nur barfuß betreten werden darf, Schuhe sind vor dem Eintritt abzulegen. Doch keine Sorge, denn gerade wegen den vielen täglichen Besuchern in der religiösen Stätte nehmen die Betreiber es mit der Reinigung sehr genau.

Die Shwedagon Pagode verfügt über vier Eingänge, sie alle führen zu einer 16 Hektar großen Terrasse, in deren Mitte die Hauptstupa aufragt. Dort beginnt optimalerweise der Rundgang. Von dort können am besten im Uhrzeigersinn verschiedenste Sehenswürdigkeiten abgelaufen werden, die sich auf der Terrasse befinden, darunter zahllose Schreine, Pavillons und andere Schmuckstücke.

Welcher der vier Aufgänge zur Pagode gewählt wird, kann von Besuchern ganz frei entschieden werden. Für erstmalige Besucher lohnt sich besonders der Südaufgang, an dem zwei sehenswerte Wächterlöwen stehen und der einfach mit einem Aufzug erklommen werden kann. Der Südaufgang führt außerdem zum zentralen Ticketschalter, wo für 8000 Kyat das Eintrittsticket zur Pagode gelöst werden kann.

Doch auch die anderen Aufgänge können mit Besonderheiten aufwarten. Der Westaufgang liegt am Rand einer schönen Parkfläche. Der Nordausgang hat den Vorzug, dass es dort meist relativ leer ist. Er liegt außerdem nahe des Märtyrer-Mausoleums in der Ar Zar Ni Straße. Der Ostaufgang wird vor allem von Einheimischen genutzt, weil er sich direkt am Bahan-Markt befindet, wo unter anderem religiöse Reliquien angefertigt werden. Buddha-Statuen, Bilder, Bücher, Blattgold, Räucherstäbchen und andere Opfergaben finden sich auf dem Markt. Außerdem führt dieser traditionelle Ausgang an alten Klöstern vorbei und ist deshalb unter Kulturliebhabern sehr beliebt.

Geöffnet ist die Pagode jeden Tag von 4 bis 22 Uhr und kann zu dieser Zeit mit einem gültigen Ticket besucht werden.

Aufbau der Stupa

Der wichtigste Teil der Stupa ist der sich nach oben verjüngende Hauptstupa mit einer Höhe von 99 Metern, die sich in der Mitte der zentralen Terrasse befindet. Traditionell wird der Stupa beim Gebet im Uhrzeigersinn umrundet. Um den Hauptstupa befinden sich noch 60 weitere Stupas, die vier größeren davon direkt gegenüber den Eingängen. Der Hauptstupa ist im oberen Teil mit verschiedenen Formen verziert, unter anderem 16 Blumen, einer umgekehrten Schale, einer Lotusblüte und einer Bananenblüte, dem obersten Teil der Stupa. Die oberen beiden Blüten sind mit mehr als 13.000 Goldplatten bedeckt, der restliche Teil mit Blattgold belegt. Die Spitze der Stupa ist mit 4531 Diamanten verziert, ganz oben befindet sich ein großer, 72-karätiger Diamant.

Als Bau der religiösen Huldigung hat die Stupa eine mannigfaltige Bedeutung. Ihr Grundriss wird als Symbol für verschiedene Dinge gesehen, wie für ein Mandala, für das Rad der Lehre, die Lotusblüte oder die fünf Elemente und ihre Beziehung zum erleuchteten Geist. Auch in die besondere Beschaffenheit des Baus der Stupa werden verschiedene Symbole hineininterpretiert, wie beispielsweise das Symbol des gekrönten Buddha oder des gesamten Kosmos.

Wie beschrieben befindet sich die Hauptstupa auf der Terrasse, die man durch die vier Besuchereingänge betritt. Diese Terrasse selbst ist mit einer Mauer von 15 Metern Höhe umrandet. Darauf folgen drei quadratische, dann achteckige Terrassen und zuletzt fünf runde Terrassen.

Die zentrale Stupa ist nur ein kleiner Teil des Shwedagon-Hügels, der noch mit etlichen weiteren Tempeln, Chedis und Stupas und außerdem Hunderten Buddhafiguren in verschiedener Position und Haltung umgeben ist. So befindet sich zum Beispiel direkt gegenüber dem Nordeingang der bekannte Gautama-Tempel sowie ein legendenumwobener „Fußabdruck“ des Buddhas. Auf dem Gelände befinden sich etliche kunstvoll behangene Statuen (teilweise mit Lichterketten behangen), Glasmosaike und Opferstätten für Pilger.

Der markante Baustil des burmesischen Buddhismus

Der Baustil, der in den Reliquien und Gebäuden auf dem Shwedagon-Hügel verbaut ist, entstammt verschiedenen Zeitaltern der buddhistischen Kultur. Allerdings unterscheidet sich der burmesische Baustil grundsätzlich von allen anderen buddhistischen Ländern wie Laos, Kambodscha oder Thailand. Architektonisch auffällig sind vor allem die Eigenheiten der Stupas und Chedis. Die „Hti“, die architektonische Schirmform im birmanischen Raum, macht die Spitze der Stupa aus und ähnelt der Krone birmanischer Könige. Um den Hti an der Stupa anzubringen sind spezielle religiöse Zeremonien nötig. Der Hti Der Shwedagon Pagode stammt aus dem Jahr 1871 und hat eine Höhe von etwa 10 Metern.

Aus der Innenstadt ist die Pagode leicht mit dem Taxi zu erreichen, doch auch zur Fuß ist die Strecke bei angenehmer Wetterlage kein Problem. Es fahren außerdem etliche Busse. Der Fahrtweg von Downtown beträgt etwa 10 Minuten, zur Fuß ist der Weg nur etwa dreimal so lang.

Bequeme und leichte Schuhe sind für den Trip von Vorteil, da sie während dem Rundgang durch die Pagode getragen werden sollten, falls man sich für einen anderen Ausgang entscheidet als den, durch den man das Gelände betreten hat.

In der Pagode ist außerdem dringend darauf zu achten, betende Menschen oder Mönche nur mit deren ausdrücklicher Zustimmung zu fotografieren. Schultern, Beine und Kopf sollten beim Durchqueren der Heiligstätte bedeckt sein. Frauen sollten noch dazu dringend darauf achten, keine buddhistischen Mönche zu berühren, auch nicht aus Versehen im Vorbeilaufen. Sich auf Statuen zu setzen oder sie für Fotogags zu missbrauchen sollte aus Gründen des Respekts gegenüber den dortigen Gläubigen unterlassen werden.

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